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FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 19. Mai 2009. Die Parlamentswahlen in Indien haben der dortigen Börse ein Kursfeuerwerk beschert und Anleger setzen große Hoffnungen in den indischen Aktienmarkt. Bei Index-Fonds ist nach wie vor Europa gefragt. Und besonders in dieser Woche Telekommunikation und inflationsgekoppelte Renten-ETFs.
Indiens Börse gewinnt mit der Parlamentswahl Vor allem werde seit gestern Indien mit dem DWS India (WKN 974879) stark nachgefragt. "Der Wahlsieg der Kongresspartei bei den Parlamentswahlen hat der indischen Börse ein wahres Kursfeuerwerk beschert." Die bisher regierende Partei in Indien hatte keine klare
Mehrheit im Parlament und war auf die Unterstützung der Kommunisten angewiesen. Diese Konstellation hatte nötige Reformen verhindert. Laut einem Bericht in der Welt seien für die verbesserten Aussichten an Indiens Börse ausschlaggebend, dass nun ausländische Investoren wieder Vertrauen fassen könnten und so Kapital an Bombays Aktienmarkt fließe, da die indische Börse stark auf Zu- und Abflüsse von ausländischem Geld reagiere. Derzeit seien rund zwölf Prozent der indischen Aktien in ausländischem Besitz, zur Hochphase des Börsenbooms im vergangenen Jahr waren es jedoch 20 Prozent. 2008 seien allein rund 13 Mrd. Dollar abgeflossen. "Zur Börsenöffnung am Montag war der indische Aktienindex fast 20 Prozent im Plus", sagt Wöllnitz. Im Investoreninteresse stehen besonders der DWS India (WKN 974879), der in den vergangenen Tagen um 20 Prozent zugelegt hat oder der HSBC Global Investment Funds Indian Equity AD (WKN 974873) mit einem Plus von knapp 17 Prozent.Große Bewegung an Russlands Börse Der wieder anziehende Ölpreis hat den stark öl- und rohstofflastigen russischen Aktienindex nach oben springen lassen und mit ihm Russlandfonds wie den DWS Russia (WKN 939855). Seit Anfang April hat der Ölpreis um rund 25 Prozent zugelegt. An einem Tag sei der russische Index um zehn Prozent nach oben gesprungen, berichtet Wöllnitz. Gewinnmitnahmen nach der Berichtssaison Starke Rückflüsse beobachtet Dirk Schröder in dem vorwiegend in deutsche Bluechips investierenden Fonds DWS Deutschland (WKN 849096), der in den vergangenen drei Monaten knapp 15 Prozent zugelegt hat. "Es dürfte sich um Gewinnmitnahmen nach der Berichtssaison handeln", vermutet der Spezialist für den Fondshandel. Weltweit ausgerichtetes Portfolio Gesucht ist auch der Carmignac Patrimoine (WKN A0DPW0). Der Mischfonds - 50 Prozent sind in Inhaberschuldverschreibungen investiert - richtet sein Aktienportfolio weltweit aus. Goldpreis fällt Immer viel Volumen ist auch in Rohstofffonds zu verzeichnen. Neben den üblichen Verdächtigen, bemerkt Schröder im BGF World Gold Fund (WKN 974119) hohe Umsätze. Die Verkaufsseite bei dem Fonds, der in Goldminenaktien investiert, überwiege jedoch leicht. "Anleger rechnen wohl mit einem fallenden Goldpreis", meint Schröder. Im Handel mit Indexfonds berichten die Market Maker der HypoVereinsbank (Xetra: 802200 - Nachrichten) von starken Rückflüssen in Bluechip-Indexfonds. "Zeitweise haben die ETFs unter dem NAV notiert", sagt Bastian Ohta. Für ETFs berechnet entweder die Deutsche Börse oder, alternativ ein vom Emittenten beauftragter Dienstleister während der Handelszeit mindestens einmal pro Minute den "indikativen Nettoinventarwert", kurz iNAV®. Dabei wird das Fondsvermögen auf Basis der Kurse der Einzelpositionen im Fonds-Portfolio ermittelt und die Barmittel des Fonds addiert. Das so berechnete Fondsvermögen geteilt durch die Zahl der im Umlauf befindlichen Fondsanteile ergibt den iNAV-Wert, den die Deutsche Börse im Minutentakt wie einen Aktienkurs veröffentlicht. "Wenn der Preis unter den Net Asset Value fällt, bedeutet das, dass der Markt gesättigt ist, das heißt viele ETF-Anteile zurückgegeben wurden. Im Verhältnis des Fondspreises zum NAV sieht man, ob der ETF teurer oder günstiger ist als die Einzelaktien", erklärt Ohta. Mittlerweile seien die Preise jedoch wieder auf demselben Niveau. Hoffnung ruht auf Europa Bei den Bluechip-Indizes sieht Eric Wiegand von der Deutschen Bank (Xetra: 514000 - Nachrichten) nach wie vor großes Investoreninteresse an europäischen Indizes. Anleger kaufen den MSCI Europe-ETF (WKN DBX1ME) ebenso wie DJ Eurostoxx 50-ETF (WKN DBX1EU). Allerdings anders als in der vorangegangenen Woche setzen einige Anleger diesmal nicht auf Midcaps, sondern auf den Index mit kleineren Unternehmen im Portfolio mit dem MSCI Europe Small Caps-ETF (WKN DBX1AU). Telekoms vorne Ungewöhnlich viel Interesse beobachten die Spezialisten im Handel mit Indexfonds in dieser Woche bei europäischen Telekom-Werten. "In den vergangenen Tagen wurde der DJ Stoxx 600 Telecom-ETF (WKN 628935) gekauft. Heute jedoch steht der DJ Eurostoxx Telecommunication (WKN 628931) an erster Stelle und der Stoxx-ETF wurde zurückgegeben", berichtet ein Händler. Es könnte sich um eine Umschichtung handeln. Zieht die Inflation an? Rentenfondsanleger kaufen in den vergangenen Tagen vermehrt an die Inflation gekoppelte Renten-ETFs - und zwar sowohl europäisch investierende ETFs (WKN DBX0AM) als auch global ausgerichtete Fonds (WKN DBX0AL). Die zugrunde liegenden Indizes decken die wichtigsten staatlichen und quasi-staatlichen inflationsgebundenen Anleihemärkte der Eurozone bzw. weltweit ab. Aufgenommen werden ausschließlich Anleihen, die von staatlichen Emittenten (Sovereigns) oder Körperschaften des öffentlichen Rechts und supranationalen Emittenten (Sub-Sovereigns) begeben werden und über ein entsprechendes Rating verfügen. Sie können sich kostenlos für unseren täglichen Newsletter per E-Mail anmelden. Registrieren Sie sich bei www.boerse-frankfurt.de/newsletter oder schicken Sie uns eine Email an redaktion@deutsche-boerse.com © 19. Mai 2009/Dorothee Liebing (Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG (Xetra: 581005 - Nachrichten) verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)
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