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Versicherungen 50 plus - Welche Versicherungen für ältere Menschen sinnvoll sind --Von ddp.djn-Korrespondent Oliver Mest
Donnerstag 19. Juni 2008, 07:02 Uhr

 

Berlin (ddp.djn). Wie versichert man sich nach dem 50. Geburtstag eigentlich optimal? Diese Frage stellen sich viele Verbraucher, denn mit dem runden Geburtstag sollte auch der Versicherungsschutz noch einmal überdacht werden.

Wichtig ist natürlich auch weiterhin der private Haftpflichtschutz, denn auch im Alter besteht die gesetzliche Haftungsverpflichtung fort und dieses Risiko lässt sich nur mit einer privaten Haftpflichtpolice minimieren. Wichtig ist auch ein guter Hausratschutz, denn im Laufe des Lebens sammeln viele Menschen oft beträchtliche Werte in den eigenen vier Wänden an. Diese sollten ausreichend
abgesichert sein. Wichtig ist dabei: Die Versicherer schlagen oft eine Versicherungssumme vor, die standardmäßig mit 700 Euro pro Quadratmeter veranschlagt ist. Gerade bei einer teuren Wohnungseinrichtung kann das aber zu wenig sein - sinnvoll ist es dann, den Schutz entsprechend zu erhöhen.

Vor allem im Alter legen viele Menschen wert auf einen guten Krankenversicherungsschutz. Wer gesetzlich versichert ist, kann die Leistungen mit privaten Zusatzpolicen aufstocken. Sinnvoll ist vor allem eine Zahnzusatzversicherung, die einspringt, wenn die ersten teuren Zahnbehandlungen fällig sind. Allerdings müssen die Versicherungen schon einige Monate laufen, bevor es Geld von der privaten Kasse gibt. Der Schutz sollte also frühzeitig abgeschlossen werden. Sinnvoll sind auch Zusatzversicherungen, die im Krankenhaus eine Chefarztbehandlung ohne Zuzahlungen ermöglichen. Bei beiden Policen gilt: Der Schutz sollte frühzeitig vereinbart werden, denn je älter man wird, umso schwerer wird es, einen Versicherer zu einem bezahlbaren Preis zu finden.

Immer mehr Mitglieder der 50plus-Generation lassen sich Unfallversicherungen mit Zusatzleistungen verkaufen - die sogenannten Assistance-Policen. Diese Policen zahlen bei einem Unfall die vereinbarte Versicherungssumme und sorgen für Hilfe im Alltag, etwa durch das Besorgen einer Haushaltshilfe. Aber Vorsicht: Die Versicherungen zahlen bei den Senioren-Policen nur im Falle eines Unfalls, krankheitsbedingte Mehrkosten sind nicht abgedeckt. Das Risiko einer Krankheit ist aber ungleich höher als das eines Unfalls. Der Versicherungsschutz ist also ziemlich löchrig und zudem nicht gerade billig: Schließt ein 60-jähriger eine solche Police ab, liegen die Prämien zwischen 200 und 500 Euro jährlich, Frauen zahlen im Schnitt wegen der höheren Lebenserwartung bis zu 20 Prozent mehr.

Wirklich essentiellen Schutz bietet eine private Pflegezusatzversicherung. Die zahlt die vereinbarte Versicherungssumme, wenn der Versicherte durch einen Unfall, eine Krankheit oder einfach wegen seines Alters pflegebedürftig geworden ist. Gezahlt wird je nach Vertrag entweder ein fester Tagessatz bei der Pflegetagegeldpolice oder ein Zuschuss zu den tatsächlichen Pflegekosten bei der Pflegekostenpolice.

Weniger sinnvoll sind sogenannte Sterbegeldversicherungen. Sie versprechen Geld für die eigene Beerdigung, damit niemand der Familie auf der Tasche liegen muss. Tatsächlich sind diese Sterbegeldversicherungen nichts anderes als Kapitallebensversicherungen und oft echte Groschengräber. Denn wer so lange lebt, dass er eine ansehnliche Rendite erwirtschaftet, der hätte das Geld auch ohne teure Kosten für den Versicherungsvertrag auf die hohe Kante legen können.

Zudem werden die Policen oft als Koppelverträge angeboten: Die volle Versicherungsleistung gibt es dann nur, wenn ein bestimmter Bestatter gewählt wird. Von solchen Versicherungen sollte man die Finger lassen.

Problematisch sind auch Rentenversicherungen gegen Einmalzahlung. Bei diesen Policen steckt der Versicherte eine größere Summe in einen Rentenversicherungsvertrag und erhält daraus eine monatliche Rente - lebenslang. Das Problem: Die Renditen dieser Verträge sind meist sehr durchschnittlich, alleine die lebenslange Sicherheit einer festen Rente kann diesen Makel nicht ausgleichen.

ddp.djn/ome/mbr

 


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