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Berlin (ddp) Der Tarifkonflikt für die bundesweit rund 220 000
Erzieher und Sozialarbeiter im kommunalen Dienst wird sich
möglicherweise über den ganzen Sommer ziehen Nach fünftägigen
Verhandlungen wiesen die Gewerkschaften verdi und Erziehung und
Wissenschaft (GEW) am Freitag in Berlin das Angebot der Arbeitgeber
zurück und brachen die Verhandlungen ab Daher sollen die Streiks in
vielen Kitas und anderen sozialen Einrichtungen in der kommenden
Woche fortgesetzt werden Die Vereinigung der kommunalen
Arbeitgeberverbände (VKA) verteidigte hingegen ihre Offerte.
verdi-Chef Frank Bsirske warf den
Arbeitgebern vor, sich nicht zu
bewegen und unverbindliche Erklärungen abzugeben Seit Monaten würde
man sich «im Kreise drehen Anfang der Woche sollten die
Arbeitsniederlegungen daher in mehreren Bundesländern fortgesetzt
werden, darunter Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen, sagte
Bsirske Während der Sommerferien sollen die Arbeitsniederlegungen
zurückgeschraubt werden Sollte bis dahin keine Einigung gefunden
sein, werde der Arbeitskampf im August und September verstärkt wieder
aufgenommen.
Die GEW bezeichnete das Angebot als «völlig unzureichend Für den
Großteil der Erzieherinnen solle es keine finanzielle Aufwertung
ihrer Arbeit geben Beim Gesundheitsschutzvertrag seien die
Arbeitgeber sogar weit hinter ihre Vorschläge aus der vergangenen
Woche zurückgefallen Von ihrer Ansage, zu substanziellen
Verbesserungen bereit zu sein, hätten sich die Arbeitgeber
«meilenweit entfernt, sagte GEW-Verhandlungsführerin Ilse Schaad
Die VKA hatte einen Gesundheitstarifvertrag angeboten, der nach
Gewerkschaftsangaben nur von der wirtschaftlichen Lage abhängige
Kann-Bestimmungen enthielt Bei der Eingruppierung sollte nach dem
Willen der Arbeitgeber der Status vor Einführung des Tarifvertrages
für den öffentlichen Dienst (TV ÖD) weitestgehend wieder hergestellt
werden
Die VKA verteidigte ihr Angebot Es enthalte
Einkommensverbesserungen von durchschnittlich 11,6 Prozent, sagte
VKA-Präsident Thomas Böhle in Berlin «Mit unserem Angebot werten wir
den Erzieherinnen-Beruf deutlich auf Gleichzeitig gehen wir an die
Grenze dessen auf, was wir in Zeiten der immer schwieriger werdenden
kommunalen Haushalte noch verantworten können, sagte er Er forderte
die Gewerkschaft zu einer schnellen und zügigen Einigung auf, um
weitere Streiks zu vermeiden
Die Gewerkschaften legten die Arbeitgeberofferte hingegen deutlich
anders aus Sie betreffe nur 20 Prozent der Erzieherinnen Dabei
würden Ledige ein Plus von 0,3 Prozent erreichen, während
Verheiratete ein Minus von 3,6 Prozent erleiden würden - gegenüber
dem Stand von 1990, erläuterte verdi 80 Prozent der Betroffenen
gingen bei dem Angebot leer aus Ähnlich äußerte sich die GEW. Das
Angebot sei «Augenwischerei. Das Einkommen für den Großteil der
Erzieherinnen werde unter dem Niveau von 1990 eingefroren.
ddpdjn/rab/pon
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