|
Düsseldorf (ddp-nrw) Tausende Studenten und Schüler aus ganz NRW
haben am Samstag in Düsseldorf für Verbesserungen im Bildungssystem
demonstriert. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) gab eine Zahl von
rund 5000 Demonstranten an. Die Polizei zählte etwa 2500 Teilnehmer.
Bis zum Nachmittag verliefen die Proteste friedlich. Auch
Auszubildende nahmen an der Kundgebung teil.
Die Demonstranten forderten mehr Geld für Bildung Zudem
verlangten sie die Abschaffung von Kopfnoten und ein Ende der
Studiengebühren. Während der gesamten Woche fanden laut DGB
zahlreiche Protestaktionen in rund 20 NRW-Städten statt. Am Mittwoch
hatten sich
landesweit 50 000 junge Menschen an Protesten beteiligt.
«Mit der Demonstration und den Teilnehmerzahlen sind wir sehr
zufrieden Das war ein gelungener Abschluss der Protestwoche und
gleichzeitig ein gelungener Auftakt zu weiteren Protesten», sagte
Finn Siebert vom Bildungsstreikbündnis. Nun könne niemand mehr sagen,
die Jugend mische sich nicht genug ein.
«Wir lassen es uns nicht länger bieten, in maroden Schulgebäuden
mit veraltetem Lehrmaterial zu lernen Wir die Jugend von heute sind
die Gesellschaft von Morgen», sagte Lara Turek von der
Landesschülervertretung. «Deshalb ist gute Bildung extrem wichtig,
denn die Gesellschaft von Morgen sollte aus Menschen bestehen, die
ihr Umfeld reflektieren und hinterfragen können und nicht einfach nur
tun, was man ihnen sagt».
Antonia Kühn von der DGB-Jugend NRW forderte politische Reaktionen
auf die Proteste Man werde erst «locker lassen», wenn jeder
Jugendliche einen Ausbildungsplatz bekomme.
In zahlreichen deutschen Städten bildeten zentrale
Demonstrationszüge am Samstag den Abschluss des Bildungsstreiks Seit
Anfang der Woche hatten Hunderttausende Schüler, Studenten,
Auszubildende und Lehrkräfte mit einem bundesweiten Bildungsstreik
gegen Missstände im Bildungssystem protestiert.
Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) hatte Verständnis für
die Demonstrationen gezeigt Es lohne sich immer, über Bildung zu
diskutieren. Die von den Studenten als «Verschulung» der
Universitäten kritisierte Bologna-Hochschulreform mit Master- und
Bachelor-Studienabschlüssen verteidigte der Minister aber ebenso wie
die umstrittenen Studiengebühren.
(ddp)
|