Nach der einzigartigen Rally der vergangenen Wochen werden Markteilnehmer skeptischer. Die Wahrscheinlichkeit für eine Korrektur des Marktes nach unten wächst. Trotzdem könnte es heute noch mal aufwärts gehen. Vorbörsliche Daten sehen den Dax zum Start leicht im Minus.
Der Dax könnte zum Börsenstart die Gewinne der letzen Tage noch einmal verteidigen. Nach impulslosen Vorgaben dürfte der deutsche Aktienmarkt die Handelswoche mit leichten Verlusten beginnen. Der X-Dax (Xetra: Nachrichten) , der auf Basis des Dax-Futures den außerbörslichen Stand des deutschen Leitindex anzeigt, stand am Montag kurz nach 8.00 Uhr bei 5 698 Zählern und damit 0,09 Prozent unter dem Xetra-Schluss vom Freitag. Vor dem Wochenende war der Leitindex wegen des großen Verfalls an den Terminbörsen bei sehr hohen Umsätzen zeitweise auf den höchsten Stand seit Anfang Oktober 2008
geklettert. Im Zuge seiner jüngsten Kursrally gewann er damit alleine seit Anfang September über 9 Prozent, bevor er letztlich etwas schwächer ins Wochenende gegangen war. Experten zufolge steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es in absehbarer Zeit zu einer kleinen Korrektur nach unten kommt. Die Vorgaben geben für den heutigen Handelstag keine klare Trendaussage: Die US-Börsen hatten am Freitag nach einem holprigen Start zwar den Weg zurück in die Gewinnzone noch gefunden. Der Future auf den US-Leitindex Dow Jones gab seit dem Xetra-Schluss allerdings um 0,18 Prozent nach. Aus Tokio kommen keine Impulse - die Börse bleibt feiertagsbedingt bis einschließlich Mittwoch geschlossen. Die anderen asiatischen Börsen tendierten am Morgen uneinheitlich. Mit Blick auf die Einzelwerte sind insbesondere die bereits angekündigten Indexveränderungen von Interesse. Mit den Papieren von Infineon (Xetra: 623100 - Nachrichten) steigen alte Bekannte wieder in den Dax auf und ersetzen dort die Aktien der Hannover Rück , die künftig wieder im MDax (Xetra: Nachrichten) enthalten sind. Infineon tendierten vorbörslich sehr fest, Hannover Rück gaben indes leicht nach. Daneben stoßen aus dem SDax (Xetra: Nachrichten) die Anteile der Aareal Bank (Xetra: 540811 - Nachrichten) und die vinkulierten Namensaktien von BayWa (Xetra: 519400 - Nachrichten) in den Index mittelgroßer Werte vor. Sie ersetzen die Papiere der insolventen Arcandor (Xetra: 627500 - Nachrichten) sowie die der Hypo Real Estate (Xetra: 802770 - Nachrichten) und von Kuka . In den TecDax kommen Dialog Semiconductor (Xetra: 927200 - Nachrichten) , Manz Automation (Xetra: A0JQ5U - Nachrichten) und Drillisch (Xetra: 554550 - Nachrichten) und ersetzen Singulus , Solon (Xetra: 747119 - Nachrichten) und den Dax-Aufsteiger Infineon. Im Leitindex sollten zudem die Aktien der Deutschen Lufthansa im Auge behalten werden. Die Airline will laut einem Bericht des "Handelsblatts" bis zum Jahr 2012 insgesamt 15 Prozent der Personalkosten in der Zentrale einsparen. "Das dürfte den Kurs angesichts des Milliardensparprogramms kaum beeinflussen", sagte ein Börsianer. Die Aktie bestätigte diese Einschätzung vorbörslich mit kaum veränderten Kursen. Lanxess (Xetra: 547040 - Nachrichten) -Aktien tendierten wie von Börsianern erwartet bei L&S etwas fester. Der Spezialchemiekonzern rief das Ende des Abwärtstrends aus. Im Ende September ablaufenden Quartal werde man ein Ergebnis auf Höhe des Vorquartals ausweisen können, sagte Lanxess-Finanzchef Matthias Zachert der "Financial Times Deutschland". "Das Tal der Tränen ist durchschritten, jetzt geht es wieder aufwärts." Hauptgrund für die Stabilisierung sei, dass die Autobranche, von deren Aufträgen die Chemiebranche abhängig ist, wieder besser dastehe. "Ein Ergebnis auf dem Niveau des zweiten Quartals entspricht mehr oder weniger den Markterwartungen", meinte ein Händler dazu. "Auf die Kommentare über eine Trendwende dürfte der Markt dennoch freundlich reagieren." Um knapp 3 Prozent nach unten ging es vorbörslich dagegen für Papiere von K+S (Xetra: 716200 - Nachrichten) . Die jüngste Gewinnwarnung des kanadischen Konkurrenten Potash dürfte den Kurs belasten, sagte ein dritter Börsianer. Potash senkte am Freitag seine Gewinnschätzung für das Gesamtjahr und das dritte Quartal. Im Auge behalten sollten Anleger auch Aktien von HeidelbergCement : Voraussichtlich an diesem Handelstag wird der Preis für die neuen Aktien aus der Kapitalerhöhung festgelegt, mit der sich der hoch verschuldete Baustoffkonzern aus seiner schwierigen Lage befreien möchte. Vorbörslich tendierten die Aktien zunächst kaum verändert. In dieser Woche wird die Luft am deutschen Aktienmarkt zunehmend dünner. Mit Blick auf die jüngste Rekordjagd des Dax steigt vielen Experten zufolge die Wahrscheinlichkeit, dass es in absehbarer Zeit zu einer kleinen Korrektur nach unten kommt. In den nächsten Tagen jedoch könnte es ihrer Meinung nach durchaus noch einmal etwas weiter nach oben gehen. "Fortgesetzter Konjunkturoptimismus hat die Indizes auf neue Jahreshöchststände steigen lassen", kommentierte Analyst Alexander Lukas von der Weberbank die jüngste Rally am Aktienmarkt. "Aber Bäume wachsen nicht in den Himmel." Daher frage er sich, wo kurzfristig weitere positive Impulse für den Aktienmarkt herkommen sollten. Gemessen an den erwarteten Gewinnen seien die Aktienmärkte schon recht teuer bewertet, meinte Lukas. Sie nähmen eine zukünftige Wirtschaftserholung vorweg und diesen Hoffnungen auf eine baldige Entspannung müssten bald harte Fakten folgen. Aber davon gehe er nicht aus. "Möglicherweise trägt sich die Rally jedoch noch eine Weile von allein, da institutionelle Anleger weiterhin viel Liquidität zur Verfügung haben", fuhr der Weberbank-Analyst fort. Aus technischer Sicht zumindest sei der Aufwärtstrend in allen Aktienindizes noch intakt. Allerdings lasse die Intensität dieses Trends nach. Den Experten der Landesbank Berlin (Xetra: 802322 - Nachrichten) zufolge deuten die verbesserte Stimmung und die für weiter anziehende Notierungen sprechenden Chartbilder der heimischen Börsenbarometer indes auf ein schnelles Anlaufen der psychologischen Barrieren bei 6.000 Zählern im Dax in. Allerdings hat auch ihres Erachtens die Gefahr von kräftiger ausfallenden Rücksetzern weiter zugenommen, weshalb sie auf kurze Sicht vorsichtig blieben. Zudem sei der Markt stark überkauft, so dass eine Gegenbewegung überfällig erscheine. Etwas zuversichtlicher sind die Experten der Helaba gestimmt. Zwar sei der hohe Anteil positiver Überraschungen bei den Konjunkturdaten angesichts einer gleichzeitig wachsenden Erwartungshaltung in den kommenden Monaten vermutlich nicht ganz zu halten. Daher müssten auch kleinere Kursrückschläge eingeplant werden, schrieb Markus Reinwald in einer Studie des Bankhauses. Das Szenario einer zyklischen Erholung sei jedoch intakt und gewinne zunehmend an Breite. Zunächst aber dürften die Anleger am Montag ihren Fokus auf eine Reihe von Veränderungen in den wichtigsten Indizes richten, die zu Wochenbeginn wirksam werden. So ersetzten die Infineon-Titel die Aktien der Hannover Rück im Leitindex Dax. Grund für den Wechsel ist der geringe Umsatz mit den Titeln des Versicherers, die ihrerseits die Anteilsscheine des insolventen Arcandor-Konzerns im MDax ersetzen. Außerdem kommen in den Mittelwerte-Index Aareal Bank und BayWa an die Stellen von Hypo Real Estate und Kuka , die in den SDax absteigen. Beim techniklastigen TecDax stehen ebenfalls Veränderungen an. Dialog Semiconductor , Manz Automation und Drillisch ersetzen Singulus , Solon und den Dax-Aufsteiger Infineon, womit sich der Kreis schließt. Die nächste Überprüfung der Aktienindizes steht am 3. Dezember an. Ansonsten dürfte die nächste Woche erneut recht ruhig verlaufen. Impulse sollten vor allem von Seiten der Konjunktur und weniger aus dem Unternehmenssektor kommen. Am Montag etwa werden die US-Frühindikatoren für August veröffentlicht, die Hinweise auf die Entwicklung der Konjunktur in den USA liefern werden. Am Dienstag, Donnerstag und Freitag dann dürften Immobiliendaten aus den Vereinigten Staaten für Aufmerksamkeit sorgen. Ebenfalls am letzten Tag der Woche stehen die Auftragseingänge für die langlebigen US-Güter und der Index der Uni Michigan zur Messung des Verbrauchervertrauens in den USA auf der Agenda. Ferner legt der im SDax notierte Modekonzern Gerry Weber am Donnerstag seine Quartalszahlen vor. Derweil bleibt die Börse in Tokio von Montag bis Mittwoch geschlossen und kann deshalb keine Impulse für den deutschen Markt liefern. Zu Wochenanfang begehen die Japaner den "Tag zur Ehrung der Alten (ATE.NX - Nachrichten) " und am Mittwoch steht der Herbstanfang an.
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