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Kommentar: Hedgefonds-Zertifikate mit Nullrendite von Andreas Wolf
Freitag 22. Mai 2009, 07:18 Uhr

Kommentar: Hedgefonds-Zertifikate mit Nullrendite
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Die Anbieter von Produkten am Kapitalmarkt sind mit Vorsicht zu genießen, zumindest dann, wenn sie nicht unabhängig sind und dem Zwang unterliegen, unbedingt bestimmte Produkte verkaufen zu müssen. Als Anleger sollte man am Kapitalmarkt möglichst aus dem ganzen Warenkorb das für sich Beste herausfischen können. Berater verkaufen meist dann das, was für sie selbst vorteilhaft ist und damit zum Nachteil ihrer Kunden. Beispiele dafür gibt es leider jede Menge. Ein trauriges Beispiel stellen leider auch viele Hedgefonds-Zertifikate dar, die viel zu teuer sind.

Hedgefonds-Zertifikate mit hohen Gebühren

Hedgefonds-Zertifikate, die von
diversen Kreditinstituten angeboten werden und wurden, entpuppen sich meist  als sehr teuer. Bei Anlagesummen von 1.000 bis 10.000 Euro gibt es oft einen Ausgabeaufschlag von 2-5%. Meist wird zudem noch eine jährliche Verwaltungsgebühr von bis zu 3% erhoben. Damit wird die Renditechance zumeist stark beeinträchtigt bzw. überhaupt keine Gewinnmöglichkeit mehr gegeben.

Beispielrechnung eines Deutsche Bank-Zertifikates

Die Deutsche Bank hat ein Hedgefonds-Zertifikat namens Xavex Hedge Select im Jahr 2000 emittiert, dass eine Mindestanlagesumme von 10.000 Euro zur Bedingung machte. 44.000 unerfahrenen Kunden konnte das Produkt untergejubelt werden, die sich offenbar sich im klaren darüber waren, was für ein Produkt sie da gekauft hatten. Die Gebührenstruktur ihrer Investition haben sie jedenfalls entweder nicht gekannt oder zumindest nicht verstanden.

Zahlen im Detail

Die Gesamtanlagesumme betrug 1,8 Milliarden Euro. Im Werbeprospekt wurden  12-15 % Rendite in Aussicht gestellt. Bis zum Laufzeitende 2008 hätte sich dann ein aufgezinster Wert von 30.000 Euro ergeben. Der Endwert betrug aber nur 10.012,30 Euro, was einer Rendite von sagenhaften 0,015% pro Jahr entspricht. Die Verzinsung liegt damit weit unter der von risikolosen Staatspapieren. Die Deutsche Bank konnte aber, tüchtig wie sie ist, alleine 466 Millionen Euro ohne Zinseszinseffekte an Gebühren vereinnahmen. Damit nützt auch die gesamte Performance natürlich nichts, wenn die Gebühren diese vollständig aufzehren.

Fazit

Natürlich gibt es auch viele gute Produkte, aber die werden meist nur an Anleger verkauft, die sich halbwegs auskennen und sich keine Müllprodukte andrehen lassen. Leider gibt es nur einen  guten Weg am Kapitalmarkt und der heiß selber üben und dann langsam besser werden, es sei denn man hat das Glück, einen Berater zu haben, dem man trauen kann und der das nötige Wissen hat. Ansonsten ist es unbedingt erforderlich, sich auch das Kleingedruckte durchzulesen und die Mühe zu machen durchzurechnen, welche Realperformance unter bestimmten Bedingungen zu erzielen ist. Das gnaze kostet dann Zeit und Mühe und die wollen viele heute nicht mehr investieren, was den Verkauf wertloser Finanzprodukte damit leider erleichtert.

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