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Hamburg/München (AP) Die Deutsche Energie-Agentur hat die geplanten Solarkraftwerke in der Sahara zur Stromversorgung in Deutschland kritisiert. Es sei nicht sinnvoll, «teure Leitungen über 3.000, 4.000 Kilometer» zu bauen. Auch dürfe man nicht die eine durch «eine andere Abhängigkeit» ersetzen, sagte der Chef der halbstaatlichen Agentur, Stephan Kohler, am Montag im Deutschlandradio Kultur.
Stattdessen sollte die Bundesrepublik auf effektivere fossile Kraftwerke, Wind und Biomasse setzen. Solarkraftwerke in Nordafrika und Südeuropa könnten den Strombedarf dort decken, und Deutschland könne sich diesen Beitrag zum Klimaschutz
beim Handel mit CO2-Zertifikaten gutschreiben lassen.
Dagegen sagte Siemens-Chef Löscher: «Zukünftig Strom in Solarkraftwerken in der Wüste zu erzeugen und mit ultraeffizienten Verbindungen nach Europa zu übertragen, das ist sozusagen genau unsere Kragenweite.» Siemens wolle sich «in diese Initiative einbringen». Wie weit, sei aber noch offen. Die Gründungsversammlung, zu der die Münchener Rück für Mitte Juli Siemens, ABB, E.ON, RWE, die Deutsche Bank und andere Unternehmen eingeladen hat, soll mehr Klarheit bringen.
Der mit E.ON und RWE konkurrierende Energiekonzern Vattenfall hält das Desertec-Projekt für nicht umsetzbar. Die geplante Investition von 400 Milliarden Euro «ist verdammt viel Geld», und die Transportkosten seien sehr hoch, sagte Vattenfall-Chef Lars Josefsson, der «Financial Times Deutschland». Außerdem gebe es die Gefahr terroristischer Anschläge. «Ich halte das nicht für realistisch», sagte Josefsson. «Europa muss seinen Strom in Europa erzeugen.»
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