3. Quartal 2009 der Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte Holding AG /
- Umsatz und Ertrag in Deutschland gegenüber Vorjahr gesteigert
- Auslandsgeschäft konjunktur- und wechselkursbedingt weiter belastet
- Konzern-EBITA währungsbereinigt auf dem Niveau von 2007
Die Praktiker Gruppe hat sich im dritten Quartal 2009 in einem
anhaltend schwierigen internationalen Marktumfeld gut behauptet, vor
allem aber die Profitabilität der Marke Praktiker in Deutschland
deutlich gesteigert. Das operative Ergebnis (EBITA) auf Konzernebene
betrug, bei einem Rückgang des Umsatzes um insgesamt 4,8 Prozent auf
968,0 Millionen Euro, 34,3 Millionen Euro. Dieser Betrag liegt um
15,8 Millionen Euro unter dem entsprechenden Quartalsergebnis des
Rekordjahres 2008. Währungsbereinigt, also bei unveränderten
Wechselkursen in den Auslandsmärkten, hätte das EBITA mit rund 40
Millionen Euro das Niveau des Jahres 2007 erreicht. Während die
anhaltende Rezession in den ost- und südosteuropäischen Märkten das
Auslandsgeschäft weiter stark belastete, leistete das Inlandsgeschäft
erstmals im Krisenjahr 2009 wieder einen um 8,8 Prozent verbesserten
Ergebnisbeitrag. Die Marke Praktiker steigerte ihre Ertragskraft
gegenüber dem Vorjahresquartal sogar um 11,7 Prozent.
Wolfgang Werner, Vorstandsvorsitzender der Praktiker Bau- und
Heimwerkermärkte Holding AG, nannte dies "eine gute Ausgangsposition
für den Endspurt in diesem an konjunkturellen Turbulenzen,
Rückschlägen und Herausforderungen nicht armen Geschäftsjahr".
Besonders erfreulich sei die Verbesserung von Umsatz und Ertrag in
Deutschland und dass daran die Marke Praktiker maßgeblichen Anteil
gehabt habe. Ihr Zugewinn an Profitabilität zeige, "dass sie den
Spagat zwischen angemessener Margenpflege und aggressiver
Preispolitik immer besser schafft". Im Blick auf das Gesamtjahr 2009
rechnet Werner unverändert bei einem "moderat rückläufigen Umsatz mit
einem angemessenen, positiven EBITA". Für die weitere Zukunft äußerte
er sich verhalten optimistisch. "Ein konjunktureller Aufschwung,
verbunden mit anhaltend niedriger Inflationsrate und allenfalls
moderat steigenden Arbeitslosenzahlen, wäre für den Praktiker Konzern
die beste Ausgangsbasis für die Rückkehr in die Erfolgsspur, also für
weiteres profitables Wachstum". Dieser Aufschwung könne in
Deutschland schon 2010 spürbar werden, in den Auslandsmärkten "eher
später".
Der Konzernumsatz lag im dritten Quartal bei 968,0 Millionen Euro
und damit um 4,8 Prozent unter Vorjahr (1.017,3 Millionen Euro).
Zurückzuführen ist der Rückgang ausschließlich auf das schleppende
internationale Geschäft, das nach wie vor geprägt ist von
konjunktureller Kaufzurückhaltung und negativen Wechselkurseffekten.
Währungsbereinigt hätte der Quartalsumsatz mit einem Minus von nur
0,8 Prozent nahezu das Vorjahresniveau erreicht.
Das operative Konzernergebnis betrug im dritten Quartal 34,3
Millionen Euro. Gegenüber dem Spitzenwert des Vorjahres (50,1
Millionen Euro) entspricht dies einem Rückgang um 31,5 Prozent.
Ursächlich dafür ist ebenfalls die nach wie vor schwierige Situation
der Praktiker (Xetra: A0F6MD - Nachrichten)
-Auslandsmärkte. Ohne die dort aufgetretenen negativen
Wechselkurseffekte wäre das im Segment International erwirtschaftete
EBITA um gut fünf Millionen Euro höher ausgefallen. Allerdings hat
sich der Ergebnisrückgang gegenüber der Entwicklung des ersten
Halbjahres deutlich abgeschwächt, weil sich die Ertragslage des
Inlandsgeschäfts verbessert hat und die Anfang 2009 eingeleiteten
Maßnahmen zur Kostenkontrolle, Effizienzsteigerung und
Liquiditätssicherung zunehmend greifen.
Die liquiden Mittel des Praktiker Konzerns beliefen sich zum 30.
September 2009 auf gut 294 Millionen Euro. Das waren rund 60
Millionen Euro mehr als am 31. Dezember 2008. Gute Fortschritte beim
Abbau von Vorräten haben außerdem zu einer Verbesserung des working
capital geführt, die Nettoverschuldung ist im Vergleich zum
Jahresbeginn deutlich gesunken. Werner weiter: "Wir haben immer
gesagt, dass in diesem Jahr neben der Ergebnis- auch die
Liquiditätssicherung höchste Priorität hat. Daran hat sich bis heute
nichts geändert. Und daran wird sich zunächst auch nichts ändern."
Deutschland: Mehr Umsatz und Ertrag
In Deutschland hat sich das Geschäft der Praktiker Gruppe weiter
spürbar erholt. Das operative Ergebnis erhöhte sich im dritten
Quartal gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum von 16,7 auf
18,2 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von 8,8 Prozent. Einen
besonderen Anteil daran hatte die Vertriebslinie Praktiker, deren
EBITA-Beitrag um 11,7 Prozent - von 11,7 auf 13,0 Millionen Euro -
wuchs. Sie konnte damit die Verluste aus den ersten sechs Monaten
nicht nur ausgleichen, sondern in die Gewinnzone zurückkehren.
Möglich wurde dies, weil Praktiker seine zu hohen Vorräte erfolgreich
abbauen konnte und in Folge dessen wieder deutlich weniger Umsatz
treibende Rabattaktionen einsetzen musste. Das kam der
Rohertragsmarge zugute. Max Bahr, traditionell als margenstarke
Premium-Marke aufgestellt, steuerte ein EBITA in Höhe von 5,0
Millionen Euro (Vorjahr 4,6 Millionen Euro) bei.
Auch der im Inland (London: INL.L - Nachrichten) erzielte
Umsatz nahm im dritten Quartal leicht
zu. Er erreichte 663,5 Millionen Euro, 1,0 Prozent mehr als im
gleichen Zeitraum des Vorjahres (656,9 Millionen Euro). Sowohl Max
Bahr als auch Praktiker, das den positiven Trend der Vormonate trotz
deutlich reduzierter Anzahl an 20-Prozent-Rabattaktionen fortsetzen
konnte, erlösten 1,3 Prozent mehr. Das Segment "Sonstiges", in dem
hauptsächlich die Vertriebslinie extra BAU+HOBBY sowie deren
Franchise- und Vertriebspartnerschaften zusammengefasst sind, machte
geringfügig weniger Umsatz.
Ausland: Weiter starke Belastung durch Währungseffekte
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für das Auslandsgeschäft
des Praktiker Konzerns sind nach wie vor extrem schwierig. Der
operative Ergebnisbeitrag im dritten Quartal lag mit 16,1 Millionen
Euro um 51,7 Prozent unter Vorjahr (33,4 Millionen Euro), die
Umsatzerlöse sanken um 15,5 Prozent von 360,4 auf 304,5 Millionen
Euro. Auf vergleichbarer Fläche ging der Umsatz um 18,9 Prozent
zurück. Dabei ist zu berücksichtigen: Negative Wechselkurseffekte
machten rund zwei Drittel der Umsatzverluste und knapp 30 Prozent des
Rückgangs beim operativen Ergebnis aus. Währungsbereinigt hätte das
internationale Geschäft beim EBITA um 5,1 Millionen Euro höher
gelegen, der Umsatz wäre lediglich um 4,5 Prozent zurückgegangen.
Betroffen von den Folgen der Rezession in Ost- und Südosteuropa
sind alle Praktiker-Länder, allerdings in unterschiedlicher
Ausprägung. So hat sich die Umsatzentwicklung in Polen, Rumänien,
Griechenland und der Türkei - wie auch in Luxemburg - gegenüber dem
ersten Halbjahr verbessert, auch wenn sie noch deutlich unter den
entsprechenden Vorjahreswerten lag. In Bulgarien, Ungarn und der
Ukraine ist eine Trendwende noch nicht erkennbar.
Ausblick: Bisherige Jahresprognose bleibt bestehen
Zum Ausblick betonte Werner, dass die konjunkturelle Unsicherheit
trotz mancher positiver Signale weiterhin groß sei. Deshalb rechne
das Management für den Praktiker Konzern auch nach Ablauf von neun
Monaten für das Gesamtjahr 2009 mit einem moderaten Rückgang des
Umsatzes, jedoch weiterhin mit einem "angemessenen, positiven
operativen Ergebnis (EBITA)". Daneben behalte das Ziel der
Liquiditätssicherung oberste Priorität. Aus diesem Grund würden alle
Bestrebungen zur Kostensenkung, zur Begrenzung der Investitionen und
zum Abbau der Vorräte unverändert fortgeführt.
Originaltext: Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte AG
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