|
Köln (AP) Neue Lebensversicherungen können zum Jahreswechsel billiger werden. Bei Risikolebensversicherungen seien in vielen Fällen Preissenkungen um bis zu 20 Prozent für dieselbe Versicherungssumme möglich, prognostizierte der Leiter der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV), Ulrich Orbanz, am Montag in Köln. In geringerem Umfang könnten auch Kapitallebensversicherungen und fondsgebundene Lebensversicherungen profitieren. Der Hintergrund: Die Bundesbürger werden immer älter. Damit sinkt für die Versicherer das Todesfallrisiko. Und dies kann nun dank der neuen von der Aktuarvereinigung erarbeiteten Sterbetafeln in die Kalkulation vieler Versicherer
einfließen. Insgesamt werden jährlich rund zwei Millionen Lebensversicherungen abgeschlossen.Von den 1.000 versicherten, heute 30-jährigen Männern werden nach den neuen Berechnungen der Versicherungsmathematiker voraussichtlich 886 das Alter von 65 Jahren erreichen, 104 mehr als noch 1994. Bei Frauen sind es sogar 932, 42 mehr als 1994. Erstmals veröffentlichte die Aktuarvereinigung auch separate Sterbetafeln für Raucher und Nichtraucher. Sie spiegeln deutlich die Risiken des Rauchens. Während von 1.000 versicherten, 30-jährigen Nichtrauchern 908 das Alter von 65 Jahren erreichen, sind es bei den Rauchern nur 812. Bei den Nichtraucherinnen können 942 ihren 65. Geburtstag feiern, aber nur 881 der Raucherinnen. Trotz der möglichen Preissenkungen dürfte sich allerdings das Preis-Leistungsverhältnis der Lebensversicherungen nach Einschätzungen der Aktuarvereinigung nicht gravierend ändern. Denn während der Anteil der garantierten Leistungen wachse, werde die Überschussbeteiligung sinken. Für bestehende Lebensversicherungen ändere sich nichts, betonte der Verband.
|