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Airbus (Paris: NL0000235190 - Nachrichten) -Chef Tom Enders übergab die Maschine vom Typ A320 an die chinesische Gesellschaft Dragon Aviation Leasing, berichtete der europäische Flugzeughersteller am Dienstag. Mehr als 1000 Gäste hätten an der Zeremonie teilgenommen. Die erste "chinesische" A320 soll von Sichuan Airlines eingesetzt werden, die 1995 als erste chinesische Gesellschaft A320-Kunde geworden war. Die Export-Import Bank of China finanziert den Kauf der in China gebauten Flugzeuge. Von chinesischen Firmen stehen Aufträge
für mehr als 700 Flugzeuge bei Airbus in den Büchern. Die meisten davon sind Maschinen der A320-Familie, dem Verkaufsschlager des europäischen Herstellers. Die in der nordchinesischen Hafenstadt Tianjin gebauten A320 sind ausschließlich für den chinesischen Markt bestimmt. Die Teile werden aus Europa angeliefert und dort nur zusammengebaut. Elf weitere Maschinen dieses Typs und der verkürzten Version A319 sollen bis Jahresende in Tianjin fertig montiert werden. Bis Ende 2011 soll die Produktion auf vier Flugzeuge im Monat hochgefahren werden. An dem Montagewerk hält Airbus China 51 Prozent. Der Rest gehört der Freihandelszone Tianjin (TJFTZ) und dem chinesischen Flugzeugbauer AVIC.
Um den enormen Bedarf Chinas nach Flugzeugen besser bedienen zu können, hatte sich Airbus zum Bau einer Fertigungslinie in dem asiatischen Land entschlossen. "Alle Prognosen - nicht nur unsere - sehen einen Bedarf von mindestens 2500 bis 3000 Flugzeugen in diesem großen Markt", sagte Enders im Anschluss an die Zeremonie. "Es wäre ein Fehler, nicht in China präsent zu sein." Mit der Entscheidung, in China die erste Fertigungslinie außerhalb Europas zu bauen, war die EADS-Tochter auch auf Kritik gestoßen, da befürchtet wurde, China könnte sich die Technologie von Airbus für eigene Produkte zunutze machen. Angst vor wachsender Konkurrenz der Chinesen China baut auch einen vollständig im eigenen Land entwickelten Regionaljet mit 90 Sitzen. Berichten zufolge haben auch schon die Arbeiten an einem Flugzeug mit mehr als 150 Sitzen begonnen. Damit würde China dann Airbus direkt Konkurrenz machen.
Airbus will bis 2020 für 1 Mrd. $ (rund 718.000 Euro) Teile bei chinesischen Unternehmen einkaufen. In Harbin soll bis Ende 2010 ein Werk entstehen, das Teile für den Zukunftsflieger A350 und die A320-Familie baut. Airbus wird mit einem Fünftel an dem Werk beteiligt sein. Die Montagelinie in Tianjin wird damit künftig auch Teile aus Harbin beziehen, die bisher aus Europa kommen.
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