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Financial Times Deutschland
Fondsgebühren steigen kräftig von Karsten Röbisch
Donnerstag 24. April 2008, 21:35 Uhr

 

Die Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio, TER) ist im vergangenen Jahr für fast alle Fondskategorien gestiegen, zeigt eine am Donnerstag veröffentlichte Studie des Analysehauses FWW Research Services.

Die TER umfasst neben den Managementgebühren auch Kosten für Werbung, Wirtschaftsprüfer oder Anwälte, nicht aber die Transaktionskosten des Fonds. Die Studie berücksichtigt alle in Deutschland zugelassen Investmentfonds, jedoch nur die Anteilsklassen, die auch Privatanlegern offenstehen.

Am größten fiel der Gebührenanstieg bei den alternativen Fonds aus, zu denen Themenfonds zählen. Sie weisen im Schnitt eine Gesamtkostenquote von
2,68 Prozent aus, was einem Zuwachs von 0,87 Prozentpunkten gegenüber 2006 entspricht. Die TER aktiv gemanagter Aktienfonds stieg im vergangenen Jahr um 0,05 Punkte auf 1,81 Prozent. Die ohnehin schon kostspieligen Dachfonds verteuerten sich von 1,28 auf 1,62 Prozent. Für Derivatefonds weist die Studie ein Plus von 0,15 Punkten auf 1,52 Prozent aus.

Etwas niedriger waren die Aufschläge bei den renditeschwächeren Produkten. Doch auch hier gab es durchweg nur Preissteigerungen. Immobilienfonds kosten mit 0,64 Prozent im Schnitt 0,04 Punkte mehr als noch 2006. Die Gebühren der Geldmarktfonds legten um 0,04 Punkte auf 0,64 Prozent zu.

Indexfonds bilden eine Ausnahme

Einzige Ausnahme bilden Indexfonds. Deren Gesamtkostenbelastung sank leicht um 0,04 Prozentpunkte auf im Schnitt 0,54. Diese Fonds bilden einen Index nahezu eins zu eins nach, kommen ohne aktives Management aus und sind entsprechend günstig. Das Produktangebot ist aufgrund des großen Anlegerinteresses in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Der harte Wettbewerb und die einfache Vergleichbarkeit haben dazu geführt, dass die Gebühren im Schnitt leicht gesunken sind.

Die Gebührenentwicklung passt in das Bild der vergangenen Jahre. Seit 2004, als die Emittenten per Gesetz erstmals zum Ausweis der Gesamtkostenquote verpflichtet wurden, sind die Kosten in fast allen Fondsklassen gestiegen. So liegt die TER von Aktienfonds laut Berechnung von FWW rund 8,4 Prozent über dem Niveau von 2004. Vor allem bei den Managementgebühren langen die Emittenten immer dreister zu: Für Aktienfonds stiegen sie seit dem Jahr 2000 um 15,6 Prozent.

"Der Trend geht dahin, die Vertriebspartnern stärker an den jährlichen Gebühren zu beteiligen", sagt sagt Björn Drescher, Fondsanalyst beim Beratungshaus Drescher & Cie. Denn dem Vertrieb falle es angesichts der starken Konkurrenz durch die Direktbanken immer schwerer, den vollen Ausgabeaufschlag beim Kunden durchzusetzen. Er sei deshalb an einer höheren Beteiligung an den laufenden Gebühren interessiert. "Damit die Emittenten ihre Margen nicht gefährden, setzen viele die Verwaltungsgebühr bei Neuprodukten von vornherein höher fest", sagt Drescher. Nach einer Studie der Fondsratingagentur Lipper machen die Provisionen im Schnitt bereits knapp ein Drittel der jährlichen Gebühren aus.

Der Trend zu höheren Gebühren ist auch im Ausland zu beobachten. Fonds, die in Luxemburg und Irland ansässig sind, weisen nach Lipper-Angaben für 2007 eine TER von durchschnittlich 1,94 Prozent aus. Die Gesamtkostenquote hat jedoch nur eine begrenzte Aussagekraft, schließlich umfasst sie nicht alle Kosten. "Die erfolgsabhängigen Gebühren und die Transaktionskosten kommen noch dazu", sagt Drescher.

Insgesamt waren laut FWW Ende 2007 6647 Fonds in Deutschland zugelassen, 434 Produkte oder sieben Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Einen starken Zuwachs gab es vor allem bei Dachfonds. Deren Anzahl stieg um 19 Prozent auf 634.

 


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