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Hamburg (ddpdjn). Die Versicherungsbranche hat es nicht leicht.
Der Kampf um neue Kunden und Verträge ist in der Krise noch härter
geworden. Die Leidtragenden sind dabei zumeist die Kunden. Denn im
Gespräch mit dem Vertreter werden sie oft über den Tisch gezogen -
und merken es nicht mal. Das gilt natürlich nicht für jeden
Vertreter. Es gibt ehrliche und seriöse Vertreter, die ein Interesse
an einer guten Beratung haben. Aber es gibt eben auch schwarze Schafe
- und die verstecken hinter mancher wohlklingenden Formulierung einen
Stolperstein.
So rechnen Vertreter und oftmals auch die Versicherungen in der
Werbung die Policenpreise
gerne auf die Kosten pro Tag herunter
Versicherungen sind dann schon für 50 Cent am Tag zu haben. Solche
«Tagespreise» sagen absolut nichts darüber aus, ob die Versicherung
erforderlich und wirklich günstig ist. Zuerst sollten Kunden immer
hinterfragen, ob der angebotene Schutz überhaupt sinnvoll ist. Zudem
gilt es, Prämien und Leistungen zu vergleichen, denn sinnvollen
Schutz gibt es nicht zum Schnäppchenpreis.
In vielen Fällen setzen Vertreter potenzielle Kunden auch unter
Druck, indem sie darauf hinweisen, dass es bestimmte Angebote nur
noch für kurze Zeit gibt Tatsächlich aber sind die Prämien für
Versicherungsverträge langfristig kalkuliert und basieren auf
statistischen Werten wie beispielsweise der durchschnittlichen
Lebenserwartung bei Lebensversicherungen. Dadurch sind seriöserweise
keine Tagesangebote möglich. Kunden sollten stets daran denken, dass
die Versicherungen sie ein Leben lang schützen sollen.
«Bei den Gesundheitsfragen machen wir mal einen Strich!» Diesen
Satz hört man in Verkaufsgesprächen sehr oft Damit sollen Umstände
unter den Tisch gekehrt werden, die vor allem bei Kranken- und
Berufsunfähigkeitsversicherungen entscheidend sein können, wenn
Versicherte die Policen tatsächlich brauchen. Oft werden
Vorerkrankungen vom Vertreter als unwichtig abgetan und erscheinen
deshalb nicht im Antrag. Die Versicherung gibt dann grünes Licht, den
Antragsteller zu versichern. Der Vertreter kassiert die Provision.
Die Betroffenen aber können nur hoffen, dass der Schwindel niemals
auffliegt. Denn dann stehen sie im Zweifelsfall komplett ohne Schutz
dar.
Antragsteller sollten immer alle Gesundheitsfragen absolut
wahrheitsgemäß beantworten Besser ist es, einen Prämienaufschlag in
Kauf zu nehmen, als einen Betrug zu versuchen. Denn Betrüger fliegen
in aller Regel ohnehin auf, und die Konsequenzen tragen sie dann
alleine und nicht der Vertreter, der dabei geholfen hat.
Gern bieten Vertreter auch an, eine kostenlose
Versicherungsanalyse zu machen Das ist ungefähr so sinnvoll, wie das
Finanzamt nach Steuertricks zu fragen. Ein klassischer
Versicherungsvertreter oder Makler lebt nicht davon, eine Analyse zu
erstellen, die vielleicht zum Ergebnis kommt, dass keine
Versicherungen nötig sind. Er lebt von den Provisionen, die der
Vertrag bringt. Wirklich objektiv ist die Beratung dagegen bei
«echten» Versicherungsberatern. Die leben nämlich nicht von den
Provisionen, sondern von den Gebühren, die die Kunden für die
Beratung zahlen.
Ein zweiter gern benutzter Satz ist: «Das können Sie mir glauben!»
Versicherungsgespräche sollten niemals alleine geführt werden Besser
ist es, das Gespräch ganz offen mitzuschneiden. Ein seriöser
Versicherungsfachmann - und davon gibt es genug - wird nichts gegen
eine Aufzeichnung haben. Zudem sollten sich Verbraucher alle
wichtigen Fragen schriftlich beantworten lassen. Das gewährleistet,
dass alles Wichtige geklärt ist.
(ddp)
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