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dpa
BlackBerry-Anbieter RIM enttäuscht Anleger
Donnerstag 26. Juni 2008, 09:59 Uhr

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Waterloo (dpa) - Der Anbieter der mobilen E-Mail-Dienstes BlackBerry hat die Börse mit seinem Geschäftsausblick schwer enttäuscht.

Obwohl das kanadische Unternehmen Research In Motion (RIM) im vergangenen Quartal Umsatz und Gewinn mehr als verdoppeln konnte, prügelten die Anleger die Aktie nachbörslich um acht Prozent nach unten als die Prognose für das laufende Vierteljahr die Markterwartungen verfehlte. Das Unternehmen gibt derzeit verstärkt Geld für Werbung aus, um sich Marktanteile gegen eine wachsende Konkurrenz zu sichern.

Research In Motion steigerte in dem Ende Mai abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal den Umsatz im Jahresvergleich
von 1,08 Milliarden auf 2,24 Milliarden Dollar (1,43 Mrd Euro) und den Gewinn von 223,2 Millionen auf 483,5 Millionen Dollar. Die Kundenzahl stieg um 2,3 Millionen auf mehr als 16 Millionen, wie das Unternehmen am Mittwoch nach Börsenschluss mitteilte. Zugleich verkaufte der Konzern 5,4 Millionen seiner BlackBerry-Geräte. Die sogenannten Smartphones sind ein Mix aus Handy und Taschencomputer.

Das schnelle Wachstum und die schroffe Reaktion der Börse spiegeln die aktuellen Chancen und Risiken in der Telekommunikations-Branche wieder. Während mobile Datendienste vor dem Durchbruch zum Massenmarkt stehen, wird die Konkurrenz schärfer. Apple (NASDAQ: AAPL - Nachrichten) mischte das Geschäft mit seinem iPhone auf und bietet nun die zweite Generation deutlich günstiger an, zum Jahreswechsel sollen erste Handys mit dem von Google (NASDAQ: GOOG - Nachrichten) initiierten Betriebssystem Android erscheinen.

Der Markt für mobile E-Mail-Dienste, das Kerngeschäft von Research In Motion, ist zwar noch weitgehend unerschlossen - gemessen an der Zahl von Milliarden Handy-Nutzern weltweit ist die Zahl von 16 Millionen BlackBerry-Kunden sehr klein. RIM-Chef Jim Balsillie verglich die Lage mit der Erschließung von Neuland. Analysten vermuten allerdings, dass zum Beispiel das neue UMTS-taugliche iPhone 3G RIM zumindest Neukunden kosten könnte.

Während sich Firmen trotz allen Werbens von Apple bisher zurückhaltend über einen iPhone-Einsatz für ihre Mitarbeiter äußerten, dürfte es attraktiv für Privatkunden sein. Und deren Anteil am Geschäft schraubte Research In Motion in den vergangenen Jahren auf 40 Prozent hoch. Im abgelaufenen Quartal waren sogar 60 Prozent der Neukunden Privatleute. Für Sommer wird auch ein BlackBerry für UMTS-Netze erwartet.

RIM steigerte im ersten Geschäftsquartal die Ausgaben um 22 Prozent, vor allem für Marketing sowie Forschung und Entwicklung. Balsillie kündigte weitere Investitionen in Werbung an, vor allem bei Privatkunden. Das dürfte auch die Gewinne drücken. RIM erwartet für das laufende zweite Quartal ein Ergebnis pro Aktie zwischen 84 und 89 US-Cent, während Analysten von 90 Cent ausgegangen waren. Im ersten Quartal hatte Research In Motion 84 Cent pro Aktie verdient. Die Aktie fiel nach der Prognose um fast acht Prozent auf gut 130 Dollar. Allerdings war der Börsenwert des Unternehmens in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 150 Prozent gestiegen.

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