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Oberhausen (ddp-nrw) Die Industriegewerkschaften fordern
angesichts der Wirtschaftskrise mehr Anstrengungen der Politik zum
Erhalt der industriellen Basis in Deutschland. Es gebe in der Politik
«keine verlässliche Loyalität» zur Industrie, kritisierte Michael
Vassiliadis vom Vorstand der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) auf
einer Tagung am Freitag in Oberhausen.
Die in dieser Woche auf Bundesebene gescheiterten Gespräche über
ein Gesetz zur CO2-Abscheidung und Speicherung (CCS) zeigten, das es
«kein industriefreundliches Umfeld» gebe und die Politik wichtige
Chancen nicht erkenne, sagte Vassiliadis Denn gerade mit modernen
Technologien etwa zur Eindämmung des Klimawandels könne sich die
deutsche Industrie weltweit in den nächsten Jahren profilieren.
IG-Metall-Chef Berthold Huber sagte, als Konsequenz aus der in der
Finanzwirtschaft entstandene Krise müsse die industrielle Basis als
«Quelle des Wohlstands» gestärkt werden Sonst könnten als Folge der
Krise dauerhaft Industriebranchen verschwinden und ganze
Wertschöpfungsketten zusammenbrechen. Deshalb müsse der Staat für
bedrohte Betriebe kurzfristige Kredite und Bürgschaften
bereitstellen.
«Wir brauchen eine Brücke über die Krise, aber sie muss auch zum
anderen Ufer führen und nicht zurück zum selben», sagte Huber Die
Politik müsse daher an den Ursachen der Krise ansetzen und dürfe
nicht nur die Symptome lindern. Statt entfesselter Märkte brauche es
einen Markt, der wieder auf das gesellschaftliche Wohl verpflichtet
sei und dem auch die Banken lediglich zu dienen hätten.
Auch Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) kritisierte das Aus
für das CCS-Gesetz als »Rückschlag« Solche Umwelttechnologien sowie
eine klimafreundliche Produktion seien für die industrielle Zukunft
Deutschlands maßgeblich.
Scholz fügte hinzu, die Industrie gehöre als »eine der Perlen
unseres Wohlstands« zur Zukunft der Volkswirtschaft Ein «Bekenntnis
zum Fortschritt» sei dazu aber in der Gesellschaft unabdingbar. Die
Wirtschafts- und Finanzkrise habe gezeigt, dass ein von der
Realwirtschaft abgekoppeltes Konzept eines Wachstums nur von
Vermögenswerten wie Häusern oder Aktien nicht funktioniere.
(ddp)
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