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Fundresearch.de
Katzenjammer ohne Wasser
von
-ff-
Freitag 26. Juni 2009, 10:45 Uhr
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Karl Heinz Brendgen, Managing Director der oekoworld Lux S.A., ueber Wasser als Anlageklasse.Wer genießt nicht gerne ein Vollbad oder faehrt regelmaeßig mit dem Auto in die Waschanlage? Was fuer uns selbstverstaendlich erscheint, ist jedoch in anderen Regionen der Erde fuer große Teile der Bevoelkerung undenkbar. Dabei gibt es ohne Wasser kein Leben auf der Erde. Das war schon vor Tausenden von Jahren die Einsicht von Voelkern in allen Teilen der Welt und deshalb gingen die Menschen sorgsam mit dem kostbaren Nass um.
Heute verschlingen Industrie und Landwirtschaft den groeßten Teil des Nutzwassers, vom Klimawandel
ausgeloeste Duerren und andere Naturkatastrophen sowie vom Menschen verursachte Verschmutzungen, z.B. durch Chemikalien oder oelunfaelle tun ihr uebriges.
Wasser wird also kuenftig nicht nur wirtschaftlicher, sondern zunehmend politisch-sozialer Faktor. Dennoch, oder gerade deshalb sollte man sich nicht von einem Investment abhalten lassen. Im Gegensatz zu anderen Rohstoffen wird Wasser wird an keiner Boerse gehandelt Spekulationen auf Preisveraenderungen sind nicht moeglich. Anleger muessen also in Unternehmen investieren, die im Wasserbereich arbeiten, zahlreiche Wasserfonds versprechen gute Renditen.
Nur fuer wen? Die zunehmende Wasser-Knappheit in vielen Laendern erinnert wieder daran, wie wertvoll dieses Gut ist. Gleichzeitig gibt es verstaerkt Versuche, aus dem Mangel ein Geschaeft zu machen. Wasser soll zu einer Ware wie jede andere werden, die verkauft und gekauft wird mit der Konsequenz, dass Menschen ohne ausreichende Kaufkraft den Zugang zum Wasser verlieren. Geht die Aufbereitung von Trinkwasser mit einer Privatisierung des Allgemeinguts Wasser einher, so ist die Armutsfalle in vielen Laendern vorprogrammiert.
Dagegen koennen Technologien zur Entsalzung, Klaerung oder Filtration die bevorstehenden Wasserkrisen bekaempfen. Sie tragen dazu bei, dass mehr Menschen Zugang zu sauberem Wasser erhalten.
In der Beruecksichtigung ethisch/sozialer Komponenten unterscheiden sich die diversen Wasserfonds dann auch. Anders als reine Wasser-Sektorfonds, die mit großen Anteilein in eben die vorgenannten Wasserversorger investiert sind, verstehen sich echte nachhaltige Wasserfondsprodukte auch als verantwortliches Investment.
Dazu Karl Heinz Brendgen, Managing Director der oekoworld Lux S.A.:
"Wasserunternehmen gelten fuer uns nicht grundsaetzlich als nachhaltig. Nachdem in Afrika und Lateinamerika die Wasserfirmen privatisiert wurden, verlangten sie fuer gutes Wasser saftige Preise. Das Geld dafuer hat aber dort nicht jeder. Dieser Ansatz widerspricht unserer Auffassung von nachhaltigem Geschaeftsgebaren."
Die auf nachhaltiges Investment spezialisierte Kapitalanlagegesellschaft oeKOWORLD LUX S.A. hat im vergangenen Jahr den oeKOWORLD WATER FOR LIFE aufgelegt, dessen Portfolio konsequent nach Kriterien der oekologischen, sozialen und wirtschaftlichen Nachhaltigkeit zusammengestellt wird. Die Nachhaltigkeitsspezialisten halten sich bei der Titelauswahl streng an die Vorgaben eines strengen Katalogs von Positiv- und Negativkriterien.
Ein großer Anteil entfaellt auf industrielle Zulieferbetriebe, hier vor allem Produkte und Dienstleistungen fuer Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung, Wasseraufbereitung und -recycling und Wasserinfrastruktur.
Die strenge Titelauswahl unterscheidet den WATER FOR LIFE von anderen Anbietern. Der Pictet Water zum Beispiel stuetzt sich zwar auf Umwelt- und Sozialratings, betrachtet sich aber nicht als Umweltinvestmentfonds. Ausschlusskriterien gibt es entsprechend keine. So findet sich hier auch der Sektor Mineralwasser im Portfolio, der im WATER FOR LIFE wegen der im Vergleich mit herkoemmlichen Leitungswasser um ein Vielfaches schlechteren Energiebilanz ausgeschlossen ist.
Eine strengere Anlagephilosophie verfolgt der SAM Sustainable Water Fund, der die Unternehmen, die bestimmten Nachhaltigkeitskriterien nicht genuegen, herausfiltert.
Mit einem Volumen von knapp 11 MIO EUR ist der WATER FOR LIFE deutlich kleiner als das Schlachtschiff von Pictet mit 2,4 Mrd. EUR und der SAM Sustainable Water Fund mit 600 Mio. EUR. Dieses im Vergleich kleine Fondsvolumen erlaubt dem WATER FOR LIFE aber auch eine groeßere Flexibilitaet. Investiert wird entsprechend in Small Caps und in kleinere IPOs, schließlich machen im Segment Nachhaltigkeit gerade diese jungen und innovativen Unternehmen einen großen Anteil am Erfolgspotential aus.
Die geringe Zahl an Investmentmoeglichkeiten im Wasser-Bereich hat in den letzten Jahren zu einer starken ueberbewertung der Aktienkurse von Wasser-Unternehmen gefuehrt. Durch die Finanzkrise sind diese jedoch wieder auf ein vernuenftiges Niveau gesunken. Analysten sehen angesichts des großen Investitionsbedarfs in der Zukunft auch wieder sprudelnde Gewinne fuer Wasserfonds.
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