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Der von der Pleite bedrohte Damenmodekonzern Escada hat die Details seines Finanzierungskonzeptes bekannt gegeben. Als Kernstück sollen die Anleger mehr als die Hälfte einer Anleihe im Volumen von 200 Mio. Euro aufgeben, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Das Umtauschangebot des Unternehmens sieht vor, dass ihnen bei der Umwandlung der Anleihe in mehreren Schritten noch 40 Prozent ihres ursprünglichen Einsatzes bleiben. Die Anleihe notiert derzeit bei 29 Prozent. Die Mindestannahmequote liege bei 80 Prozent, hieß es. Hinzu kommt eine Kapitalerhöhung von mindestens 29 Mio. Euro. Die Tchibo-Familie Herz und der spanische Investors Bestinver
sowie ein neuer Investor (Stockholm: INVE-B.ST - Nachrichten) sagten bereits ihre
Unterstützung zu. Sie ist allerdings abhängig davon, dass die Annahmequote bei der Umwandlung der Anleihe auch tatsächlich erreicht wird. Die Anleger haben eine Unternehmensanleihe von mehr als 200 Mio. Euro gezeichnet, die 2012 zur Rückzahlung fällig wird.
Die Zustimmung der Gläubiger ist ein Knackpunkt für Escada (Xetra: 569210 - Nachrichten) . Lehnen sie ab, muss das Unternehmen Insolvenz anmelden. Falls die Schritte wie geplant umgesetzt werden, will die HypoVereinsbank (Xetra: 802200 - Nachrichten) als dritten Baustein des Finanzierungskonzeptes eine Kreditlinie in Höhe von 13 Mio. Euro aufrechterhalten. Der Damenmodekonzern mit rund 4000 Beschäftigten kämpft nach hohen Verlusten seit Monaten ums Überleben. Auch einen Antrag auf Staatshilfe zieht das Unternehmen in Betracht. "Wir prüfen alles, was möglich ist", sagte Escada-Chef Bruno Sälzer. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Umwandlung der Anleihe gelinge. Nur wenn dieser Schritt erfolgreich sei, verfüge Escada über ausreichend Sicherheiten für staatliche Hilfen, sagte er.
Für Escada wird die Lage derzeit immer schwieriger: Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/2009 weitete das Unternehmen seinen Verlust auf 91,7 Mio. Euro aus - im Vorjahr betrug das Minus noch 8 Mio. Euro. Hauptgrund für den hohen Fehlbetrag waren laut dem Unternehmen Abschreibungen von 55 Mio. Euro im Zuge des Verkaufs der Problemtochter Primera mit Marken wie Laurel. Auch operativ gab es Einbußen: Der Umsatz fiel um knapp ein Viertel auf 151 Mio. Euro. Das neue Escada-Management bemüht sich derzeit händeringend um eine Rettung des Unternehmens. Zahlreiche Töchter wurden bereits verkauft, zudem Immobilien. Die geplante Kapitalerhöhung von 30 Mio. Euro soll noch im Juli über die Bühne gehen, zudem stehen Gespräche mit Banken über neue und bestehende Kredite an.
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