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AFP Regierung will zügig über Notkredit für Quelle entscheiden
von AFP
Freitag 26. Juni 2009, 22:24 Uhr
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Die Bundesregierung hat die zügige Prüfung eines möglichen Notkredits in Höhe von 50 Millionen Euro für den insolventen Versandhändler Quelle zugesagt. Die Entscheidung werde vom zuständigen Ausschuss "gewissenhaft und ernsthaft" geprüft, sagte Vize-Regierungssprecher Thomas Steg in Berlin. Der politische Wille zur Hilfe sei da, sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters.
Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums sagte in Berlin, der Bürgschaftsausschuss brauche noch Informationen zu den für die Kreditvergabe nötigen Sicherheiten. Diese Informationen würden so schnell wie möglich
nachgereicht, sagte der Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg. "Daran wird mit Hochdruck gearbeitet."
Die Gespräche über den sogenannten Massekredit für Quelle liefen konstruktiv, "wir waren die ganze Zeit zuversichtlich", sagte der Sprecher Görgs. Berlin habe den Kredit bereits in Brüssel zur Genehmigung angemeldet: "Es gibt unseres Wissens bereits ein Aktenzeichen in Brüssel für die Notifikation." Mit einem Massekredit können insolvente Firmen den Geschäftsbetrieb aufrechterhalten; die Gläubiger dieses Kredits erhalten dann vorrangig Geld vom Pleiteunternehmen.
Bei Quelle sollen nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" wenige Stunden vor der Insolvenz alle Konten leergeräumt worden sein. Das Geld sei dann an den Mutterkonzern Arcandor überwiesen worden, berichtet das Blatt. Seit dem 9. Juni, dem Tag des Arcandor (Xetra: 627500 - Nachrichten) -Insolvenzantrages, lebe Quelle von der Großzügigkeit der Lieferanten, die ihre Waren und Dienstleistungen in Vorleistung erbrachten.
Den Massekredit sollen die staatliche Förderbank KfW sowie die bayerische und die sächsische Landesbank geben. Da die KfW mit 25 Millionen Euro "den höchsten Anteil" stemmen würde, wie Vize-Regierungssprecher Steg sagte, erwarte der Bund auch, dass die KfW "erstrangig" abgesichert würde. 21 Millionen soll die bayerische Landesförderanstalt geben, die restlichen vier Millionen Euro das Land Sachsen.
Der Gesamtbetriebsrat von Quelle, Ernst Sindel, forderte im Deutschlandradio Kultur ein Machtwort von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Die Kanzlerin lasse sich überhaupt nicht hören und sehen. Die Diskussion um die Zukunft des Versandhändlers laufe nicht mehr auf der Sachebene, sondern gerate zunehmend in die "Mühlen des Wahlkampfes".
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