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Dax verliert hundert Punkte
Mittwoch 28. Oktober 2009, 11:38 Uhr

 

Der Dax setzt seine Verlustserie fort - heute geht es rasant abwärts. Die bisher veröffentlichten Quartalszahlen enttäuschten die Börse. SAP, Commerzbank und Daimler verlieren drastisch. Im TecDax wird es zu einem außerplanmäßigen Wechsel kommen.

HB FRANKFURT. Eine pessimistischere Geschäftsprognose von SAP (Xetra: 716460 - Nachrichten) hat am Mittwoch den Dax (Xetra: Nachrichten) deutlich ins Minus gedrückt. Der Leitindex fiel unter die Marke von 5 600 Punkten und lag am Vormittag 1,8 Prozent tiefer bei 5 534 Zählern. Größte Verlierer waren die SAP-Titel mit einem Kursrutsch von sieben Prozent, gefolgt von Auto- und Stahlwerten.

"Der Markt war sehr weit vorgelaufen und hatte viele positive Erwartungen schon eingepreist,
die nun nicht erfüllt werden", sagte ein Händler. "Die Anleger sind so nervös, dass sie auf negative Nachrichten mit massiven Verkäufen reagieren."

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte um den Vortagesschluss und schloss mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 9 882 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 fiel um 0,3 Prozent auf 1 063 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab deutlicher um 1,2 Prozent auf 2 116 Punkte nach.

In Tokio gab der Nikkei (Nachrichten) -Index am Mittwoch um 1,4 Prozent auf 10 075 Zähler nach. Der chinesische SSE (Frankfurt: A0RFBG - Nachrichten) notierte 0,2 Prozent tiefer bei 3 015 Punkten.

Im Fokus bleiben unterdessen die Zahlen, wobei SAP und Morphosys (Xetra: 663200 - Nachrichten) aus Deutschland sowie Arcelor (Paris: LU0140205948 - Nachrichten) -Mittal in Europa ihre Bilanz bereits am Morgen vorgelegt haben. Am Nachmittag stehen zudem einige US-Konjunkturdaten auf der Agenda.

Für Enttäuschung sorgte insbesondere SAP. Sowohl der neue Ausblick als auch die Zahlen zum dritten Quartal kamen am Markt nicht gut an. Commerzbank (Xetra: 803200 - Nachrichten) -Analyst Thomas Becker sagte, die Senkung der Prognose für das Software (Frankfurt: A0XFVC - Nachrichten) - und Wartungsgeschäft lasse darauf schließen, dass es weiter sehr schwierig sei, vor allem große Verträge abzuschließen. Offenbar blieben Kunden bei Investitionen in SAP-Anwendungen zurückhaltend.

Auf den Verkaufszetteln der Anleger weit oben standen zudem erneut Daimler (Xetra: 710000 - Nachrichten) . Die Papiere des Autobauers fielen um sieben Prozent. Ein Händler sagte, dass die mit Enttäuschung aufgenommenen Zahlen vom Dienstag noch nachwirkten. Zudem schraubten einige Banken ihre Prognosen herunter, so auch die Analysten der LBBW. Sie senkten ihr Kursziel für Daimler auf 36 von 37 Euro. "Wir rechnen mit weiterem Gegenwind für Daimler", schrieben sie in einer Kurzstudie. Auch andere Autowerte lagen im Minus: In Frankfurt fielen BMW (Xetra: 519000 - Nachrichten) um 3,6 Prozent, in Paris rutschten Renault (RNO.NX - Nachrichten) um 4,4 Prozent ab.

Auch die Commerzbank gehörte erneut zu den großen Verlierern. Die Aktie fiel um mehr als sechs Prozent auf 6,921 Euro.

Zweifel an einer Erholung der Stahlmärkte sorgten Händlern zufolge bei den Branchentiteln für deutliche Kursabschläge. Börsianer erklärten dies unter anderem mit Aussagen des Salzgitter-Chefs Wolfgang Leese, der vor verfrühtem Optimismus gewarnt hatte. Zudem zeigten sie sich von den Quartalszahlen des weltgrößten Stahlherstellers Arcelor-Mittal nicht überzeugt. "Arcelor schreibt zwar im dritten Quartal wieder schwarze Zahlen", sagte ein Händler. Das Ergebnis habe aber unter den Markterwartungen" gelegen, und auch beim Umsatz hätten viele mehr erwartet.

Im Dax gaben Thyssen (Xetra: 750000 - Nachrichten) -Krupp und Salzgitter je drei Prozent nach. Im MDax büßten Klöckner & Co fünf Prozent ein. ArcelorMittal (Amsterdam: NSCNL0001MT7.AS - Nachrichten) gaben 2,7 Prozent nach. Im Nebenwerteindex brachen Vossloh (Xetra: 766710 - Nachrichten) nach Bekanntgabe schwacher Quartalszahlen um knapp zehn Prozent ein.

Im MDax übernahmen die Titel von Vossloh die rote Laterne. Sie verbuchten nach Vorlage einer enttäuschenden Zwischenbilanz ein sattes Minus von 7,46 Prozent auf 65,36 Euro. Der Verkehrstechnik-Konzern weckte Zweifel an der Erreichbarkeit seiner Prognose für das kommende Jahr, sagten Börsianer. Vossloh litt zuletzt unter einem schwächelnden Geschäft in China und einer eingebrochenen Nachfrage nach Dieselloks.

Die Titel von Morphosys fielen zudem um 1,98 Prozent auf 17,81 Euro. Das Zahlenwerk des Antikörper-Spezialisten traf Marktteilnehmern zufolge insgesamt in etwa die Erwartungen. Der Umsatz im dritten Quartal habe leicht enttäuscht, schrieb aber Analyst Daniel Wendorff von der Commerzbank in einer ersten Einschätzung. Der Reingewinn und der Gewinn je Aktie des Antikörper-Spezialisten seien jedoch höher als von ihm und vom Markt erwartet ausgefallen.

Im TecDax ersetzt die Aktie des Biotechnologieunternehmens Evotec die des Softwareherstellers IDS Scheer . Wegen der Übernahme durch die Software AG liegt der Streubesitzanteil von IDS Scheer (Xetra: 625700 - Nachrichten) unter der Mindestgrenze von zehn Prozent. Die Aktie erfülle somit nicht mehr die Voraussetzungen für einen Verbleib im Index, teilte die Deutsche Börse am Montag in Frankfurt mit. Der nächste Termin für die planmäßige Überprüfung der Aktienindizes der Deutschen Börse (Xetra: 581005 - Nachrichten) ist der 3. Dezember 2009.

Vor wenigen Tagen hatte die Software AG ihren Anteil an IDS Scheer auf mehr als 90 Prozent erhöht. Mit dem Rauswurf von IDS Scheer aus dem Index ergibt sich für die Software AG ein entscheidender Vorteil. "Damit können uns nun auch Index-Fonds ihre IDS Scheer Aktien anbieten, was wiederum ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Squeeze-out Schwelle von 95-Prozent ist", sagte Software-AG-Finanzvorstand Arnd Zinnhardt. "Unser Ziel ist weiterhin, die IDS Scheer AG vollständig zu übernehmen, damit wir Synergien heben und das Wachstumspotenzial voll ausschöpfen können."

 
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