|
|
|
AFP Quelle dringt kurz vor Entscheidung auf staatliche Hilfen
von AFP
Montag 29. Juni 2009, 14:05 Uhr
|
Kurz vor der Entscheidung über die Zukunft von Quelle hat das Versandhaus nochmals auf staatliche Hilfe gedrungen. Der Chef des insolventen Unternehmens, Konrad Hilbers, forderte vor dem Treffen des zuständigen Gremiums grünes Licht für einen Notkredit. Von EU-Seite gab es laut Bundeswirtschaftsministerium bis Montag noch keine abschließende Entscheidung über die Genehmigung eines möglichen Darlehens.
Die Zukunftsfähigkeit von Quelle stehe "außer Frage", sagte Quelle-Chef Hilbers im ZDF-Morgenmagazin. Es sei richtig, Quelle mit staatlicher Hilfe zu retten. Der Quelle-Chef verwahrte sich gegen
Vorwürfe, unternehmerische Versäumnisse seien an der Quelle-Pleite schuld.
Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums sagte, die Bundesregierung habe bei der EU vergangene Woche eine Voranfrage zur Genehmigung eines möglichen Kredits gestellt. In Brüssel sei zugesichert worden, die Hilfen so schnell wie möglich zu prüfen. Jedoch sei bei der EU bislang noch keine abschließende Entscheidung gefallen.
Die Entscheidung des Bundes über Staatshilfen für Quelle hatte sich in den vergangenen Tagen zur Hängepartie entwickelt. Ursprünglich hatte der Versandhändler eine Rettungsbürgschaft von 50 Millionen Euro beantragt, damit das Unternehmen von seinen Banken wieder Geld bekommt. Nach tagelangem Ringen teilte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) vor wenigen Tagen aber mit, dass der Bürgschaftsausschuss dies abgelehnt hat. Stattdessen prüft die Bundesregierung seitdem einen Notkredit für Quelle in gleicher Höhe. Von dem Darlehen verspricht sich der Bund einen besseren Schutz seines Geldes.
Bei dem Darlehen handelt es sich um einen sogenannten Massekredit. Das bedeutet, dass der Bund bei einem möglichen Aus von Quelle unter allen Geldgebern aus den verbliebenen Unternehmenswerten - der Insolvenzmasse - zuerst entschädigt wird. Der Kredit soll zur einen Hälfte vom Bund und zur anderen Hälfte von den Ländern mit Quelle-Standorten kommen. Quelle hat in Deutschland rund 10.000 Mitarbeiter, 6000 davon in Bayern. Bayern und Sachsen haben dem Kredit schon zugestimmt.
Quelle braucht das Darlehen unter anderem, um den Druck seines neuen Katalogs zu bezahlen. Die Konten des Versandhändlers sind leer, nachdem die Gelder am Tag vor dem Insolvenzantrag der Konzern-Mutter Arcandor auf deren Konten flossen.
| |
|
|