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Obschon landauf, landab von der Finanzkrise die Rede ist, steigt der Dax (Xetra: Nachrichten) davon unbeeindruckt unaufhaltsam an. Seit seinem Tiefpunkt Anfang März konnte das Börsenbarometer einen Zuwachs von über 30 Prozent hinlegen und wird dabei von zahlreichen Stimmungsindikatoren begleitet, die sich weltweit verbesserten. Euphorisch werten Optimisten den Aufwärtstrend bei den Aktienkursen bereits als Indiz für ein Ende der Talsohle. Schließlich eilt die Börse der tatsächlichen Entwicklung normalerweise immer etwas voraus. Doch letztendlich ist alles eine Frage der Perspektive:
Einige Experten geben zu bedenken, dass die Börsen-Hausse gesamtwirtschaftlich keinesfalls mit plausiblen Argumenten erklärbar ist. Die aktuelle Dynamik beruhe allenfalls auf psychologischen Momenten. Nach der neusten Bundesbank-Prognose wird das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2009 um 6,2 Prozent zurückgehen. Im Jahresverlauf 2009 dürfte der Abwärtsdruck auf die deutsche Wirtschaft zwar etwas nachlassen, eine durchgreifende Belebung zeichne sich in naher Zukunft jedoch nicht ab, sagen die Bundesbanker. Belebender Aufwind Vor diesem Hintergrund ist das derzeitige Börsenhoch vielleicht doch nur ein Strohfeuer. Zahlreiche historische Beispiele belegen, dass Börsen im Abwärtstrend zwischenzeitliche Rallys starten, anschließend indes wieder massive Verluste produzieren. So gab es am US-Aktienmarkt in der Depression zwischen 1929 und 1932 fünf Zwischenerholungen (in der Spitze von fast 50 Prozent), obwohl die Aktienmärkte danach auf neue Tiefstkurse fielen.
Auch an den japanischen Börsen traten zahlreiche Zwischenrallys in der Zeit von 1998 bis 2003 auf - trotz fortwährender Abschwächung des Gesamtmarkts. Anleger, die von der Euphorie angesteckt sind, sollten also ganz genau hinschauen und sich nicht vom ersten Eindruck täuschen lassen. Unbeeindruckt von diesen Kassandrarufen belebt der Aufwind an den Aktienmärkten ganz offensichtlich auch den Derivatehandel, so legen es zumindest aktuelle Zahlen nahe. Insbesondere Bonuspapiere passen vielen Anlegern in der jetzigen Phase gut ins Konzept. Durch den Bonus bieten sie einen Mindestgewinn, bei leicht fallenden Kursen greift ein gewisser Kapitalschutz, und auch bei steigenden Börsen ist der Anleger mit Bonuszertifikaten gut investiert.
Der große Wunsch nach Einfachheit und TransparenzInteresse Eine aktuelle Befragung des Finanzportals Onvista unter 905 Besuchern des Derivatebereichs hat ergeben, dass nur knapp die Hälfte aktuell mit Derivaten handelt, sich aber fast ein Drittel der Anleger aus diesem Bereich zurückgezogen hat. Bedarf Von diesem Drittel wünschen sich gut 40 Prozent vor allem einfacher strukturierte Produkte. Transparenz der Produkte Für Anleger, die nur leicht steigende Märkte erwarten und vor sinkenden Kursen besser geschützt sein wollen, sind vor allem Spielarten mit Cap interessant, die in dieser Beilage ausführlich beleuchtet werden. Dabei wird auch nicht verschwiegen, dass Bonuspapiere - wie im Übrigen zahlreiche andere Derivatekonstruktionen - keine einfachen Gebilde sind. Doch um schwer verständliche Konstrukte machen Anleger immer häufiger einen großen Bogen. Das belegt eine Umfrage des Finanzportals Onvista im Zeitraum vom 31. März bis 8. Mai, bei der gezielt derivateaffine Anleger angesprochen wurden. Kritisiert wurde vor allem die unzureichende Transparenz der Produkte. Manchen Anleger beschleicht offenbar das Gefühl, die Märkte für strukturierte Produkte seien gewollt ineffizient, direkte Vergleichsmöglichkeiten einzelner Zertifikate oftmals nicht gegeben.
In vielen Fällen ist es zumindest für Normalsparer fast unmöglich, Preise und Gebühren auf ihre Angemessenheit hin zu überprüfen. Dennoch: Die Derivatebranche hat auch einiges unternommen, um den Durchblick zu erleichtern. Mit der Einführung von Zertifikateindizes sollen transparente Vergleichsmaßstäbe für die wichtigsten Zertifikatetypen bereitgestellt werden. Ergänzend dazu wurden Zertifikateratings geschaffen. Diese reichen weiter als ein reines Credit-Rating, erfassen - in Anlehnung an Fondsratings - zusätzliche Faktoren wie die Gebühren und Kosten eines Zertifikats, die Liquidität eines Produkts, das Know-how und die Professionalität eines Emittenten. Was die Branche in Sachen Transparenz bereits auf den Weg gebracht hat und wo noch Nachholbedarf herrscht, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, ist ebenfalls Gegenstand dieser Beilage. Der markanteste Unterschied Wie einfach Derivatepapiere im Grunde sein können, belegen Indexzertifikate. Diese Papiere verfolgen die Bewegung des Basiswerts ohne Schnörkel und eingebaute Nebenbedingungen eins zu eins und sind ausgesprochen leicht nachvollziehbar. Übrigens: Ebenso einfach funktionieren Exchange-Traded Funds (ETF). Indexfonds und Indexzertifikate sind zwar weitgehend ähnlich ausgerichtet, aber im Detail doch ungleiche Geldanlagen. Der markanteste Unterschied betrifft die Sicherheit: Zertifikate sind rechtlich gesehen Anleihen und damit prinzipiell ausfallbedroht. Ein Risiko, das angesichts des Lehman-Kollapses nach wie vor viele Anleger fernhält, wie die Umfrage von Onvista (Xetra: 546160 - Nachrichten) bestätigt. Danach schreckte jeden dritten Befragten das Ausfallrisiko der Emittenten ab. Bei ETFs ist diese Gefahr nicht existent. Denn Fonds sind rechtlich vom Vermögen der Investmentfirma getrennt. Die Vor- und Nachteile von Indexzertifikaten und ETFs erläutern die beiden Experten Thomas Meyer zu Drewer von Lyxor und Peter Bösenberg von Société Générale (Paris: FR0000130809 - Nachrichten) auf Seite 4 in einem Doppelinterview. Schwankungen durch Sparen ausgleichen Angesichts der unsicheren Entwicklungen bleibt die Frage nach dem (Wieder-)Einstieg spannend. Wer sich nicht auf das Glück bei der Wahl des richtigen Zeitpunkts verlassen möchte, dem bieten Sparpläne eine gute Alternative zur Einmalanlage. Denn das regelmäßige Ansparen gleich hoher Beträge über einen langen Zeitraum kann die Marktschwankungen weitgehend ausgleichen. Aus diesem Grund nehmen wir in dieser Beilage die Zertifikate-Sparpläne der einzelnen Anbieter genauer unter die Lupe. Außerdem wird der Frage nachgegangen, ob Neuemissionen oder bereits am Markt platzierte, "gebrauchte" Derivate die bessere Wahl darstellen. Auch das Steuerthema soll nicht zu kurz kommen. Schließlich lagern in zahlreichen Depots Papiere, die steuerlich noch unter die Altbestandsregelung fallen, sodass Gewinne bei der Auflösung steuerfrei vereinnahmt werden dürfen. Hier kann es mitunter ratsam sein, die Bestände mit cleveren Optionsgeschäften aufzupeppen, ohne die steuerfreien Positionen aufzulösen. Welche Möglichkeiten sich hier bieten, zeigen wir im Rahmen dieser Beilage.
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