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Irak vergibt erste Öllizenzen seit vier Jahrzehnten von AFP
Dienstag 30. Juni 2009, 13:38 Uhr

 

Irak vergibt erste Öllizenzen seit vier Jahrzehnten
Knapp vier Jahrzehnte nach der Verstaatlichung des Energiesektors haben erstmals wieder ausländische Konzerne die Lizenz zur Ölförderung im Irak erhalten. Als erste Bewerber setzten sich laut irakischem Ölministerium der britische Erdölriese BP und der chinesische Konkurrent CNPC International durch. Über den Einstieg ausländischer Konzerne will der Irak dringend gebrauchtes Geld für den Wiederaufbau erwirtschaften.

Insgesamt hatte Bagdad Förderlizenzen für sieben Öl- und zwei Gasfelder ausgeschrieben. Nach Regierungsangaben erhalten BP und CNPC International eine Lizenz für
das südirakische Ölfeld Rumaila, in dem Vorkommen von 17,7 Milliarden Barrel Öl vermutet werden. Für die Ölfelder Missane im Süden und Bai Hassan nahe der nordirakischen Stadt Kirkuk sowie für das Gasfeld Mansurijah fanden sich nach AFP-Informationen hingegen keine Lizenznehmer. Demnach konnte sich die Regierung mit dem US-Riesen ConocoPhillips und den chinesischen Ölfirmen CNOOC (0883.HK - Nachrichten) und Sinopec nicht darauf einigen, wieviel der Irak den Firmen pro gefördertem Barrel Öl zahlen soll.

Die Lizenzvergabe sei sowohl für den Irak als auch für die 31 antragstellenden Unternehmen von Nutzen, sagte Ministerpräsident Nuri el Maliki. Den künftigen Lizenzinhabern sicherte er zu, für mehr Sicherheit und alle anderen notwendigen Voraussetzungen zu sorgen, "damit sie ihre Arbeit gut machen" könnten.

Laut Ölminister Hussein Schahristani sollen die ausländischen Ölriesen innerhalb der nächsten fünf Jahre dabei helfen, die irakische Produktion von derzeit 2,4 Millionen Barrel am Tag auf mehr als vier Millionen Barrel zu steigern. Die Ankurbelung der Produktion soll binnen 20 Jahren rund 1,7 Billionen Dollar in die irakische Staatskasse spülen. "Das ist ein enormer Betrag, mit dem die Infrastruktur im Irak finanziert werden soll: Schulen, Straßen, Flughäfen, Wohnungen, Krankenhäuser", sagte Schahristani.

Die internationalen Konzerne wollen mit den Lizenzen wieder Fuß fassen in dem ölreichen Land, dessen Ölindustrie 1972 verstaatlicht worden war. Der Irak verfügt über die drittgrößten Erdölvorkommen weltweit, jedoch war nach dem Einmarsch der irakischen Truppen in Kuwait 1990 und dem folgenden Krieg die Ölförderung fast zusammengebrochen. Wegen UN-Sanktionen konnte das Land später lange Zeit nur eingeschränkt Öl exportieren. Heute fehlt es an Geld, Technik und Infrastruktur, um die Vorkommen auszubeuten.

 
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