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AFP Westliche Konzerne dürfen im Irak wieder nach Öl bohren
von AFP
Dienstag 30. Juni 2009, 13:38 Uhr
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Nach fast vier Jahrzehnten dürfen im Irak wieder ausländische Konzerne nach Öl bohren. Als erste erhielten der britische Erdölriese BP und der chinesische Mitbewerber CNPC International eine Lizenz. Ihre Bewerbung um eine Fördergenehmigung für das südirakische Ölfeld Rumaila sei erfolgreich gewesen, teilte die Regierung in Bagdad mit. Es sind die ersten Förderlizenzen seit der Verstaatlichung des Energiesektors im Jahr 1972. Nach Angaben des Ölministeriums stellten 31 Unternehmen einen Antrag.
Die Ölförderung im Irak war nach dem Einmarsch irakischer Truppen in Kuwait 1990 und
dem folgenden Krieg nahezu zusammengebrochen. Durch UN-Sanktionen konnte das Land über viele Jahre nur beschränkt Erdöl exportieren. Heute fehlen dem Irak, der über die drittgrößten Erdölreserven der Welt verfügt, Geld, Technik und Infrastruktur, um seine gigantischen Ölvorkommen besser auszubeuten.
Die Kapazität der sechs Ölfelder, für die Lizenzen vergeben werden, liegt nach Angaben des irakischen Ölministeriums bei 43,1 Milliarden Barrel - ein Barrel entspricht 159 Liter Öl. Allein im Ölfeld von Rumaila im Süden des Landes werden 17,7 Milliarden Barrel vermutet.
Die ausländischen Ölriesen sollen nun dabei helfen, die Produktion von derzeit 2,4 Millionen Barrel am Tag auf zunächst drei Millionen Barrel hochzuschrauben - so viel wie vor dem Einmarsch der US-Truppen im März 2003. Nach Angaben von Ölminister Hussein Schahristani soll die tägliche Fördermenge in den kommenden fünf Jahren sogar auf mehr als vier Millionen Barrel steigen.
Die Ankurbelung der Produktion soll binnen 20 Jahren 1,7 Billionen Dollar in die irakische Staatskasse spülen - Geld, das für den Wiederaufbau des Landes nach Jahren der Kriege und Sanktionen dringend benötigt wird.
Für die internationalen Konzerne ist die Ausschreibung der Bohrrechte eine einmalige Chance, nach der Verstaatlichung der irakischen Ölindustrie 1972 wieder in dem ölreichen Land Fuß zu fassen. Ganz zufrieden sind sie trotzdem nicht. So müssen sie sich laut den irakischen Vorgaben bei der Förderung etwa mit staatlichen Ölbohrern zusammentun. Nach Angaben aus Verhandlungskreisen werden sich die Konzerne aber auf die Bedingungen einlassen - in der Hoffnung, dass sich die Konditionen eines Tages zu ihren Gunsten verändern.
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