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München/Berlin (ddp) Drei Wochen nach der Insolvenz beim Fürther
Versandhändler Quelle ist der Rettungskredit über 50 Millionen Euro
nun endgültig bewilligt. Nach Bund und Freistaat genehmigte am
Dienstagnachmittag auch die EU-Kommission in Brüssel die staatlichen
Gelder. Damit kann das Unternehmen erst einmal den Geschäftsbetrieb
aufrechterhalten. Politiker von CSU und SPD sprachen übereinstimmend
von einer «fairen Chance» für Quelle.
Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) betonte
jedoch: «Quelle ist mitnichten, wie es einige behaupten, jetzt
gerettet» Er appellierte an das Unternehmen, sich nun neu
aufzustellen.
Der staatliche Massekredit über 50 Millionen Euro hat
eine Laufzeit bis Ende des Jahres und muss dann zurückgezahlt werden.
Bis dahin muss das Geschäft also wieder angelaufen sein.
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) sagte: «Das ist eine
gute Lösung für Quelle und die Beschäftigten, aber gleichzeitig auch
für die Steuerzahler» Seine Bedingungen für die Kreditvergabe seien
erfüllt worden, darunter die vorrangige Sicherung des Bundesanteils
und die ausreichenden Sicherheiten.
Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) erläuterte, das
bayerische Kabinett habe am Dienstag einen Beschluss gefasst,
demzufolge die LfA-Förderbank einen Kredit in Höhe von 25 Millionen
Euro an Quelle gewähren könne Damit wäre Bayern auch in der Lage,
den sächsischen Teil des Massekredits auszulegen, um «schnell helfen
zu können». Bayern soll der Vereinbarung zufolge 21 Millionen Euro
zur Verfügung stellen, Sachsen steuert vier Millionen Euro bei.
Weitere 25 Millionen Euro kommen vonseiten des Bundes.
Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagte: «Ich bin froh, dass
jetzt endlich die notwendige Soforthilfe an Quelle bewilligt worden
ist» Die langwierigen Diskussionen darüber in den vergangenen Tagen
bezeichnete Seehofer als «Trauerspiel». Guttenberg erwiderte, der
Bund habe erst am Montag vor der entscheidenden Sitzung des
Bürgschaftsausschusses die letzten notwendigen Zusagen bekommen.
Seehofer kritisierte diese Darstellung seines Parteikollegen
«Alle Fakten lagen seit letzter Woche auf dem Tisch», hob er hervor.
Es sei klar gewesen, dass Quelle geholfen werden könne und auch
müsse. Er wehrte sich vehement gegen den Eindruck, dass die
bayerische Staatsregierung leichtfertig mit Zusagen vorgeprescht sei,
während in Berlin sorgfältig geprüft worden sei.
Die bayerischen Grünen begrüßten die Gewährung des Massekredits,
warnten aber zugleich vor weiteren staatlichen Finanzzusagen für
Quelle «Es kann nicht Aufgabe des Staates sein, hier auf Kosten des
Steuerzahlers weiter in die Bresche zu springen», sagte der
wirtschaftspolitische Fraktionssprecher Martin Runge. Zuvorderst
seien der Insolvenzverwalter und die Banken gefordert.
(ddp)
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