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Medien wollen Print und Online besser verzahnen
Dienstag 30. Juni 2009, 13:53 Uhr

 

Remagen (ddp) «Spiegel Online»-Chefredakteur Rüdiger Ditz will mehr von der Expertise des gedruckten Nachrichtenmagazins profitieren Die Verzahnung zwischen Print und Online soll vorangetrieben werden, sagte Ditz dem Medienmagazin «Journalist» Seit Juni gibt es beim «Spiegel» mit Carsten Holm erstmals einen Onlinekoordinator als Ansprechpartner für die Printredakteure. Im September schickt «Spiegel Online» den Angaben zufolge Benjamin Bidder als Korrespondent nach Moskau. Der 27-Jährige sei der erste Redakteur, der den festen Auftrag habe, für Online und das gedruckte Heft zu schreiben.

Aus dem gedruckten «Spiegel» veröffentliche
«Spiegel Online» jede Woche etwa fünf Texte So soll auch die künftige Zusammenarbeit ausdrücklich nicht nach dem Prinzip «Online first» laufen Nur Nachrichten, die ein «Spiegel»-Redakteur nicht bis zum Erscheinen der Printausgabe zurückhalten kann, soll er demnach zuerst online veröffentlichen Der «Spiegel Online»-Chefredakteur schließt außerdem nicht aus, Rechercheergebnisse aus der Online- zuerst an die Printredaktion zu übergeben.

Hans-Jürgen Jakobs, Chefredakteur von «Sueddeutschede», hält die Devise «Online first» nur noch für eine Marketingformel «Keine einzige überregionale Tageszeitung veröffentlicht alle Texte zuerst im Internet», sagte er dem «Journalist» Eine Printredaktion funktioniere anders als eine Onlineredaktion. «Wir haben die meisten Leser zwischen 8 und 16 Uhr. Die großen Artikel für die gedruckte Zeitung werden aber meist erst gegen Abend fertig. Es bringt dann wenig, wenn wir sie gewissermaßen als Spätlese im Netz verbreiten», sagte Jakobs.

Für Wolfgang Blau, Chefredakteur von «Zeit Online», sprechen auch inhaltliche Gründe gegen Zweitverwertungen: «Es gibt Inhalte, die auf keinen Fall mehrfach verwendet werden sollten, weil sie so wichtig sind für das eigenständige Profil», sagte Blau dem Medienmagazin Das hätten viele Verlage erkannt «Da sich die Wochenzeitung ´Zeit´ auch noch kurz vor Erscheinen der nächsten Ausgabe gut verkauft, ist der Anreiz, Inhalte zurückzuhalten, natürlich größer als bei einer Tageszeitung», sagte er Aus der gedruckten Zeit übernimmt «Zeit Online» im Laufe einer Woche rund 30 Prozent.

(ddp)

 

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