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Remagen (ddp) «Spiegel Online»-Chefredakteur Rüdiger Ditz will
mehr von der Expertise des gedruckten Nachrichtenmagazins
profitieren Die Verzahnung zwischen Print und Online soll
vorangetrieben werden, sagte Ditz dem Medienmagazin «Journalist»
Seit Juni gibt es beim «Spiegel» mit Carsten Holm erstmals einen
Onlinekoordinator als Ansprechpartner für die Printredakteure. Im
September schickt «Spiegel Online» den Angaben zufolge Benjamin
Bidder als Korrespondent nach Moskau. Der 27-Jährige sei der erste
Redakteur, der den festen Auftrag habe, für Online und das gedruckte
Heft zu schreiben.
Aus dem gedruckten «Spiegel» veröffentliche
«Spiegel Online» jede
Woche etwa fünf Texte So soll auch die künftige Zusammenarbeit
ausdrücklich nicht nach dem Prinzip «Online first» laufen Nur
Nachrichten, die ein «Spiegel»-Redakteur nicht bis zum Erscheinen der
Printausgabe zurückhalten kann, soll er demnach zuerst online
veröffentlichen Der «Spiegel Online»-Chefredakteur schließt außerdem
nicht aus, Rechercheergebnisse aus der Online- zuerst an die
Printredaktion zu übergeben.
Hans-Jürgen Jakobs, Chefredakteur von «Sueddeutschede», hält die
Devise «Online first» nur noch für eine Marketingformel «Keine
einzige überregionale Tageszeitung veröffentlicht alle Texte zuerst
im Internet», sagte er dem «Journalist» Eine Printredaktion
funktioniere anders als eine Onlineredaktion. «Wir haben die meisten
Leser zwischen 8 und 16 Uhr. Die großen Artikel für die gedruckte
Zeitung werden aber meist erst gegen Abend fertig. Es bringt dann
wenig, wenn wir sie gewissermaßen als Spätlese im Netz verbreiten»,
sagte Jakobs.
Für Wolfgang Blau, Chefredakteur von «Zeit Online», sprechen auch
inhaltliche Gründe gegen Zweitverwertungen: «Es gibt Inhalte, die auf
keinen Fall mehrfach verwendet werden sollten, weil sie so wichtig
sind für das eigenständige Profil», sagte Blau dem Medienmagazin Das
hätten viele Verlage erkannt «Da sich die Wochenzeitung ´Zeit´ auch
noch kurz vor Erscheinen der nächsten Ausgabe gut verkauft, ist der
Anreiz, Inhalte zurückzuhalten, natürlich größer als bei einer
Tageszeitung», sagte er Aus der gedruckten Zeit übernimmt «Zeit
Online» im Laufe einer Woche rund 30 Prozent.
(ddp)
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