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Rezession überschattet Frühjahrsbelebung - Zahl der Arbeitslosen nur leicht gesunken - Weise erwartet in diesem Jahr aber nicht mehr das &U
Dienstag 30. Juni 2009, 14:17 Uhr

 

Nürnberg (ddp) Die übliche Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt ist im Juni deutlich schwächer ausgefallen als in den Vorjahren Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) ging die Zahl der Arbeitslosen im Juni im Vergleich zum Vormonat um 48 000 auf 3,41 Millionen zurück Im Durchschnitt der letzten drei Jahre hatte es im gleichen Zeitraum jedoch einen Rückgang um 129 000 gegeben «Die erwartete Frühjahrsbelebung wird überlagert durch die starke Rezession, sagte der BA-Vorstandsvorsitzende Frank-Jürgen Weise am Dienstag in Nürnberg Bei der Quote habe es im Vergleich zum
Vormonat ein leichtes Minus von 8,2 auf 8,1 Prozent gegeben.

Zählt man die seit Mai nicht mehr eingeschlossen Arbeitslosen mit, die bei privaten Anbietern vermittelt werden sollen, ergibt sich im Monatsvergleich sogar nur ein Rückgang um 31 000 Deutlich wird die Wirtschaftskrise und die «schwere Rezession speziell beim Vergleich mit dem Vorjahresmonat Im Juni 2009 waren 250 000 Menschen mehr ohne Job Ohne die vielen Kurzarbeiter und ohne den Rückgang der auf dem Markt verfügbaren Arbeitskräfte läge die Zahl noch höher BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker bezifferte die aktuelle Zahl der Kurzarbeiter auf 1,3 Millionen bis 1,4 Millionen, wobei der Ausfall bei rund einem Drittel der normalen Arbeitszeit liege

Trotzdem zeigte sich Weise bezüglich der allgemeinen Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter optimistisch Die Wirtschaftskrise wirke sich «immer noch moderat aus, für das laufende Jahr rechne er nicht mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahl auf über vier Millionen Er setzte aber voraus, dass die Kurzarbeit bis zum Jahresende weiter genutzt werde und das Wetter mitspiele Gleichwohl erwartet er, dass in vielen Betrieben nach der Sommerpause die Kurzarbeit ausläuft und viele Menschen ihre Stelle verlieren «Ich erwarte keine Entlassungswelle, aber steigende Arbeitslosigkeit, sagte der BA-Chef

Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) wies ebenfalls auf den Erfolg der Kurzarbeit «Wir haben Hunderttausende Arbeitsplätze durch die Kurzarbeit gerettet, sagte der Minister «Der scharfe Einbruch des wirtschaftlichen Wachstums hat nicht zu dem erwarteten dramatischen Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt, fügte er hinzu Das entkoppelt zu haben sei ein Verdienst der Kurzarbeit Auch CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sprach von «Stabilität am Arbeitsmarkt «Die Sicherungsnetze haben gehalten, sagte er. Doch neben den kurzfristig wirkenden Maßnahmen für Arbeitsplätze bedürfe es einer nachhaltigen Wachstumspolitik.

Kritisch fiel dagegen die Bewertung von Opposition und Gewerkschaften aus Die Partei Die Linke kritisierte die Berechnungsgrundlage der Zahlen «So erscheinen fast alle Arbeitslosen, die älter als 58 sind, nicht in der offiziellen Statistik Wer krank ist, einen Ein-Euro-Job hat oder an einer Weiterbildung teilnimmt, taucht ebenfalls nicht mehr auf, bemängelte Linke-Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch Nach Berechnung der Partei sind bundesweit 4,55 Millionen Menschen arbeitslos Auch die FDP sprach von «Potemkinschen Zahlen aus Nürnberg.

Der DGB sieht «unverändert düstere Parameter am Arbeitsmarkt und wies auf die sich verschlechternde Qualität der Arbeit hin «Jeder dritte Beschäftigte ist heute atypisch tätig: befristet angestellt, im Mini-, Midi-, Ein-Euro-Job oder als Zeitarbeiter beschäftigt, kritisierte DGB-Vorstandsmitglied Claus Matecki

ddpdjn/rab/mwo

 

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