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Bernard Madoff hinter Gittern
Liz Moyer, 12.03.09, 18:00 EDT 

Das Urteil gegen Bernard Madoff wird im Juni erwartet, doch fest steht bereits, dass er höchstwahrscheinlich mehr als nur ein Wochenende im Gefängnis verbringen wird.

Nachdem er sich in 11 Anklagepunkten schuldig bekannt hat, darunter Anlagenbetrug, ist Bernard Madoff im Metropolitan Correctional Center in Manhattan in Untersuchungshaft. Die Strafanstalt ist zwar nicht mit Guantanamo Bay zu vergleichen, aber dennoch ein ganz anderes Pflaster als Madoffs bisherige Adresse in der betuchten Upper East Side von New York.

In der 12-stöckigen Strafanstalt warten Angeklagte auf die Urteilsverkündung oder befinden sich in Untersuchungshaft. Das Metropolitan Correctional Center ist kein freundlicher Ort. Anwälte beschreiben die Bedingungen als grauenhaft. Besuche und Telefonate sind strikt eingeschränkt. Es gibt nur wenige Bücher und Zeitschriften. Madoff droht Einzelhaft, da seine Sicherheit gefährdet ist, und Häftlinge in Einzelhaft dürfen ihre Zellen nur für eine Stunde pro Tag verlassen.

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(Links zu Forbes.com, engl.)

Der Verteidiger Gerald Shargel brachte es einem Richter gegenüber im Dezember bei der Anhörung für seinen Klienten Marc Dreier, der wegen Betrug angeklagt wird, auf den Punkt: „Dort kann man wahnsinnig werden.“



Madoff bekannte sich am Donnerstag schuldig, jahrelang ein ausgeklügeltes Schneeballsystem betrieben zu haben. Das Urteil wird im Juni erwartet und er könnte auf bis zu 150 Jahre hinter Gittern verurteilt werden, was für den 70-jährigen Gefängnis bis an sein Lebensende bedeutet.

Bei seinem Schuldgeständnis zeigte Madoff Reue: „Ich bin mir zutiefst bewusst, dass ich zahlreiche Menschen verletzt habe, darunter meine eigene Familie, enge Freunde, Geschäftspartner und Tausende Kunden, die mir ihr Geld anvertraut haben.“
Es sieht so aus, als ob er den Rest seines Lebens in einer der von dem amerikanischen Bundesamt für Gefängnisse (Bureau of Prisons) geführten Haftanstalt verbringen wird. Anwälten zufolge ist es aufgrund seiner hohen Strafe und des schwerwiegenden Betrugs, den er zugegeben hat, unwahrscheinlich, dass er in eine der so genannten „Club Fed“-Gefängnisse kommt, für die die geringste Sicherheitsstufe gilt und in denen sich Anlagenbetrüger oft wiederfinden.
 
  Madoff und andere hinter Gittern

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Das amerikanische Bundesamt für Gefängnisse streitet ab, dass diese Strafanstalten Golfplätze haben, doch das Leben dort ist einfacher. Einige dieser Haftanstalten sind nicht eingezäunt, wie beispielsweise die in Loretto, Pennsylvania. Einige haben Fußball- und Baseballfelder, wie das McKean County Federal Correction Institution in Bradford, Pennsylvania, und Allenwood, in White Deer, Pennsylvania.
Allenwood war in den 70ern ein paar Jahre lang das Zuhause von G. Gordon Liddy des Watergate-Skandals. Viele Häftlinge aus der Region um New York enden in dieser Haftanstalt, da sie nicht weit von der Stadt entfernt ist. Die Schlafsäle umfassen Hochbetten und bieten 80 Personen Platz. Sie können sich die Zeit mit Tischtennis und Gartenbau vertreiben. Die Haftanstalt umfasst Bereiche mit niedrigen, mittleren und hohen Sicherheitsstufen.

Doch da auch Mitglieder organisierter krimineller Banden in Allenwood einsitzen und Madoff sich in diesem Kreis keine Freunde gemacht hat, wäre Allenwood nicht der sicherste Ort für ihn.

Eine andere mögliche Haftanstalt für Madoff wäre Otisville in Upstate New York, wo auch Sam Waksal wegen Steuerhinterziehung einsaß. Wie in Allenwood gibt es auch in Otisville Bereiche mit einer geringeren und mittleren Sicherheitsstufe. Madoff könnte dort sogar seiner Religion nachgehen. In Otisville gibt es einen Rabbi, eine koschere Küche und der Sabbat wird allwöchentlich gefeiert. Otisville ist das einzige Bundesgefängnis, das diese Extras bietet. Doch es ist zu bedenken, dass Madoff wahrscheinlich auch in der jüdischen Gemeinde nicht mehr allzu viele Freunde hat.

Die Haftanstalt Ray Brook befindet sich dort, wo 1980 die olympischen Winterspiele in Adirondacks ausgetragen wurden – die Aussicht von dort ist bestimmt recht hübsch. Das olympische Dorf wurde sogar so ausgelegt, um später als Staatsgefängnis genutzt werden zu können. Früher wurden die Räumlichkeiten auch als Sanatorium und Entzugsklinik verwendet.

Eine andere Möglichkeit wäre eine Strafanstalt mit besonderer medizinischer Versorgung. Madoffs Gesundheit wurde zwar noch nicht als Argument angeführt, doch Anwälten zufolge könnte eine chronische Krankheit, für die eine Behandlung erforderlich ist, die normale Gefängnisse nicht bieten können, dazu führen, dass er beispielsweise in das Haftkrankenhaus in der Nähe von Rochester, Minnesota, verlegt wird, unweit der bekannten Mayo Clinic.

Doch wo auch immer Madoff schließlich seine Haftstrafe verbüßen wird, eins steht sicher, wenn er keine ärztliche Bescheinigung hat, muss er auch hinter Gittern arbeiten. Häftlinge übernehmen normalerweise Tätigkeiten wie Küchendienst, Malerarbeiten und Hausmeisterdienste und werden mit 9 bis 29 Cents pro Stunde entlohnt. Insassen müssen siebeneinhalb Stunden pro Tag arbeiten.

Somit dürfte Madoff weit weniger verdienen als die 50 Mrd. Euro, um die er seine Investoren über einen Zeitraum von 20 Jahren betrogen haben soll, auch wenn er viel Zeit hat, sich seiner neuen Tätigkeit zu widmen.

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