|
|
|
 |
 Vom Praktikant zum Geschäftsführer Klaus Kneale
Welchen Ferienjob hatte der Geschäftsführer als Jugendlicher? Einen Ferienjob, aus dem er das meiste machte.
Auch ein Geschäftsführer hat mal klein angefangen und nicht von Anfang an Unternehmen geführt und millionen- bzw. milliardenschwere Entscheidungen getroffen. Den meisten von ihnen wurde das Vermögen nicht in den Schoß gelegt, sondern sie mussten hart dafür arbeiten. Doch viele profitierten von sehr guten Startbedingungen.
Sie wussten von Anfang an, dass es bei einem Praktikum nicht notwendigerweise darum geht, den Kopierer zu bedienen und Kaffee zu kochen. Es gibt kaum eine Führungskraft, die sich mit solch einer Arbeit zufrieden gegeben hat – auch wenn sie damals noch nicht sicher sein konnten, dass sie zu gut für diese Art von Arbeit waren.
In Bildern: Buchtipps für CEOs CEOs, die innerhalb von Minuten Millionen verlieren Neun CEOs geben Tipps zum Umgang mit Stress Was CEOs gerne in ihren Büros um sich haben Tipps von CEOs für Fernsehauftritte (Links zu Forbes.com, engl.)
Beispielsweise David Rubenzahl. Er ist jetzt Vorsitzender von Maxon Co., einem Unternehmen, das sich um die Verwaltung der Krankenversicherung und Altersvorsorge von Angestellten kümmert. Er war auch mal Praktikant beim Verkehrsgericht. Damals studierte er seit zwei Jahren Jura und musste einen Zeugen vor Gericht befragen. Er zweifelte an seiner Fähigkeit, einen Zeugen verhören zu können, und die Aussage des Zeugen wurde von der Gegenseite tatsächlich rasch als Behauptung abgetan. Rückblickend ist Rubenzahl der Meinung, recht gut mit der Situation umgegangen zu sein.
Jon Oringer musste im Rahmen seines Praktikums ein Solo-Projekt bei Lockheed Martin durchführen. Er entwickelte ein Programm, das die Standorte von Satelliten grafisch darstellte, die von einem Mobilfunknetz verwendet wurden, um die Systemeffizienz zu steigern. Er lernte während seines Praktikums, wie ein Team Computercode erstellt – was für den zukünftigen Geschäftsführer in der Computerbranche natürlich von unschätzbarem Wert war. Doch er hatte den Eindruck, dass er seine Kreativität bei Lockheed nicht frei entfalten konnte. In seinem eigenen Unternehmen, der Bildagentur Shutterstock, sind seiner Kreativität jedoch keine Grenzen gesetzt.
Mitch Tyson und Marie Hollein haben nicht nur von ihren Praktika gelernt, sondern blühten in den jeweiligen Sparten geradezu auf???. Tyson war 1977 Praktikant des derzeitigen Kongressabgeordneten für Massachusetts, Paul Tsongas. Er informierte Tsongas über Energieeffizienz und Energiepolitik, und mitunter schlug er auf Bitte Tsongas sogar Änderungen an neuen Gesetzen vor. Im darauf folgenden Jahr wurde Tsongas Senator und Tyson arbeitete für ihn. Heutzutage ist Tyson Geschäftsführer von Advanced Electron Beams, einem Unternehmen, das umweltfreundliche, kostengünstige und energieeffiziente Technologien für Industrieprozesse vertreibt.
Zur Slideshow (auf Forbes.com, engl.)
Hollein leitet einen gemeinnützigen Verband namens Financial Executive International (FEI). Sie war jahrelang auf dem gewinnorientierten Sektor tätig, bevor sie zu FEI wechselte. Doch zuvor war sie als Praktikantin für eine gemeinnützige Organisation in Pittsburgh tätig und überarbeitete den Geschäftsplan. Sie sagt, dass es ihr große Freude bereitet hat, zu sehen, wie dieser Geschäftsplan auch noch viele Jahre später in erweiterter Form als Grundlage diente.
Tyson sagt, dass zahlreiche seiner Wertvorstellungen durch seine Arbeit für Tsongas geprägt wurden. Er ist der Überzeugung, dass Tsongas ein Mann war, der seine Geschäftsethik wirklich lebte. Er selbst könne Tsongas Vorgaben nicht immer erreichen, doch die Zusammenarbeit mit einem Mann, für den seine Wertvorstellungen an erster Stelle kamen, hat ihm dabei geholfen, seine eigenen Wertvorstellungen bei der Arbeit nicht aus den Augen zu verlieren.
Oringer ist ebenfalls der Meinung, während seines Praktikums bei Lockheed wertvolle Erfahrungen gemacht zu haben. Er rief Shutterstock 2003 ins Leben und führte die Geschäfte die ersten sechs Monate allein. Das Wissen, wie man ein Unternehmen aufbaut, kam ihm zu Gute, als er Shutterstock von einem 1-Mann-Betrieb zu einem Unternehmen mit 80 Mitarbeitern ausbaute.
Viele Geschäftsführer scheinen ihren beruflichen Ehrgeiz während ihrer ersten Praktika entwickelt zu haben. Oringer bemerkte, dass er kreative Unabhängigkeit benötigte, um sein Potenzial voll entfalten zu können. Jacqueline Beauchamp, Geschäftsführerin der Videospiel-Firma Nerjyzed Entertainment hat ein Praktikum bei IBM absolviert und dabei herausgefunden, dass sie noch viel mehr wollte. „Ich erkannte, dass mein Traum der digitalen Animation nur durch unermüdliche Arbeit, strategisches Vorgehen und Leidenschaft in die Tat umgesetzt werden konnte“, so Beauchamp. „Ich wusste, dass ich eine innovative Firma wollte, die Vorreiter auf ihrem Gebiet war.“
„Diese Art von Erfolg ist kein Zufall.“
Zur Slideshow (auf Forbes.com, engl.)
|
|  |
|
|
|