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Die schönsten Autos der Welt
Hannah Elliott, 03.26.09, 20:00 UHR EDT

Schönheit liegt für gewöhnlich im Auge des Betrachters – bei diesen Fahrzeugen sind sich jedoch die meisten einig.

Schönheit ist bekanntlich subjektiv, vor allem wenn es um Autos geht. Ein Mercedes SLR oder Porsche 911 Carrera GT3 würde sicherlich zahlreiche Schönheitswettbewerbe gewinnen – und die meisten Leute würden diesem beipflichten. Schließlich konnte der 495.000 US-Dollar teure SLR im letzten Monat stabile Verkaufszahlen verzeichnen, während der 112.200 US-Dollar teure GT3 im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2008 sogar um 17,8 % zulegte.

Doch während diese Autos für die einen vollendete Schönheit verkörpern, halten andere sie für zu kantig oder gar langweilig. Was macht also wahre Schönheit aus?

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(Links zu Forbes.com, engl.)

Sicherlich nicht Fertigungsquoten oder Preise, so Fahrzeugexperten. Wenn ein Auto dagegen eine unbestreitbare Energie versprüht, die sogar Vladimir Lenin hinter dem Steuer eine gewisse Attraktivität verleiht (er fuhr einen Rolls-Royce ), dann verfügt es über den betörenden Reiz, nach dem Autodesigner streben, erläutert Quentin Willson, ehemaliger Moderator des vom britischen Fernsehsender BBC ausgestrahlten Automagazins Top Gear.



„Diese Autos lassen einen im Handumdrehen um 150 % attraktiver erscheinen“, so Willson, der mehrere Bücher über Oldies und Sportwagen geschrieben hat.
„Du musst dich einfach nur hinters Steuer setzen und erweckst sofort diesen Eindruck lässiger Sorglosigkeit.“ Ein Modell, das einen solchen Effekt erzielt, ist für Willson der Jaguar E-Type 3.8 FHC, ein schneller Flitzer mit zurückgesetzten Scheinwerfern und aufregendem Frontgrill.
„Von hinten betrachtet springen die schmale Taille und kleinen dünnen Reifen ins Auge – fast wie eine Frau, die auf hohen Absätzen dahin stolziert“, schwärmt Willson.
„Die Front-Scheinwerfer sind wie die dunkelrot lackierten Finger einer Frau – sie erinnern mit ihrer Form an elegante Fingernägel.
Er hat diese atemberaubende, fließende Form – ein geschwungenes Design mit ausladender Hüfte und muskulären, kraftvollen Linien.“
Expertenrat

Für unsere Liste der schönsten Autos der Welt beauftragten wir eine Expertengruppe damit, ihre Lieblingsautos zu nominieren. Zur Jury gehörten neben Willson auch Gil Dezer, ein Sammler aus Florida mit mehr als 200 Oldies und  Luxuswagen, Eric Minoff, ein Fahrzeugexperte für das Auktionshaus Bonhams & Butterfields, und Rob Myers, der Gründer von RM Auctions, eines im kanadischen Ontario ansässigen internationalen Auktionshauses für Oldies.
 
  Die schönsten Autos

Zur Slideshow (auf Forbes.com, engl.)


Diese konnten Autos aus einer beliebigen Ära und beliebiger Marken nominieren, die heute für ihre unverwechselbare Schönheit geschätzt werden. Die Fahrzeuge auf unserer Liste reichen vom 1937 hergestellten Alfa Romeo 8C bis hin zum Porsche 911, der noch heute produziert wird. Alle bieten sie ein Design, dass über Generationen hinweg verzauberte – es beruht meist auf einer einzigartigen Unverwechselbarkeit, klaren Linien und cleveren Designelementen, die einen Eindruck von Länge, Kurven oder Kraft erzeugen. Der 1937 8C Alfa Romeo mit seinen sanft geschwungenen Kurven und den gebogenen hinteren Kotflügeln ist „eines der schönsten Dinge auf Erden“, so Myers.

Dabei ist er bei weitem nicht das einzige Schmuckstück aus dieser Zeit. Der Delahaye 135MS Figoni et Falaschi von 1937, der Mercedes-Benz 540K Special Roadster von 1937 und der Talbot-Lago T150 CSS von 1938 gehören ebenfalls zu den Auserwählten.

Warum die späten 30er? In den Jahren zwischen den zwei Weltkriegen erreichten die Fahrzeughersteller einen Höhepunkt an Ressourcen und Ausgelassenheit, was die Konstrukteure nach höheren Formen der Kunst streben ließ. Jedes Model wurde etwa alle zwei Jahre überarbeitet. Diese sich von Jahr zu Jahr ändernden Designs machten sie auch wertvoller für Sammler. Die Autos wurden als wahre Form der Kunst verehrt. Die einzelnen Jahrgänge waren einzigartig und ließen sich – im Gegensatz zu heute – eindeutig von den Modellen der Mitbewerber unterscheiden.

Ein Beispiel für diese Verehrung: Willson kennt angeblich jemanden, der seinen Ferrari 250 GT in seinem Fitnessraum zuhause in eine riesige Vitrine gestellt hat, damit er ihn während des Trainings betrachten kann – zur Inspiration, sagt er. Näher kommt man wohl nicht daran, einen „Haufen Stahl mit einer Skulptur“ zu vergleichen..

„Sie sind auf einleuchtende Weise geradezu kunstvoll in ihrer Ausführung und ihrem Design“, so Willson über Autos, die sich durch wahre Schönheit auszeichnen. „Sie können sich eine Statue von Rodin ansehen... und erleben dieselbe hypnotisierende, berauschende Faszination in den eleganten Formen und dem Zusammenspiel von Licht und Schatten. Jeder der spießig genug ist, um zu sagen, dass ein Auto keine Kunst sein kann, weiß einfach nicht, wovon er spricht.“

Kunst als Inspiration
Die Autos auf unsere Liste sind wirkliche Hingucker. Unsere Experten zogen zur Beschreibung auch gleich alle möglichen Vergleiche heran – von schönen Frauen und Katzen bis hin zu mittelalterlichen Kathedralen und Symphonien.

Ian Cameron, Chefdesigner bei Rolls-Royce, zufolge hilft Musik tatsächlich dabei, das Design eines Autos zum Ausdruck zu bringen. Der Hauptdesigner des Rolls-Royce 200EX-Konzepts (das diese Woche zum ersten Mal in den USA vorgeführt wird) verglich den Designprozess mit dem Spielen in einer Band.
„Man beginnt mit einer Jamsession, die an einem bestimmten Punkt zu einer Melodie wird“, so Cameron. „Man weiß nur nie, wann.“

Das Design ist auch der Hauptgrund, warum der Porsche 911 aus unserer Liste kaum wegzudenken ist. Obwohl er nicht so prunkvoll wie einige der anderen Autos auf der Liste daherkommt, spricht die Tatsache, dass sein Design über Jahrzehnte ohne eine großartige Überarbeitung beibehalten wurde, für die schiere Genialität hinter seiner Entwicklung in den frühen 1960ern, so Dezer.

Der Porsche erschien nach einem Überfluss von seriengefertigten jedoch kultigen Modellen in den frühen 1960ern – einschließlich dem Ford Mustang – auf der Bildfläche. Der Meinung der Experten nach ist es schwierig, dieselbe Leidenschaft für heutige, seriengefertigte Fahrzeuge zu empfinden – sogar die Sportwagen werden sich gegenseitig immer ähnlicher. Ihr Design wird zudem nicht länger regelmäßig so überarbeitet, dass sie anhaltenden Wert für Sammler hätten.

Leider können wir aus diesem Grund heute nicht mehr viel von Fahrzeugherstellern erwarten, wenn es um kunstvolle Schönheit geht. Solange die Regierung immer noch an einem Rettungsplan für General Motors und Chrysler tüftelt, ist es weder der richtige Zeitpunkt noch Anlass für einen modernen Schönheitswettbewerb.

Myers zumindest nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn er um seine Meinung nach dem heutigen Autodesign gefragt wird.

„Die Hersteller von heute produzieren doch nur noch Schablonenwagen“, empört er sich. „Hondas, Toyotas, Ford Fusion..? Das sind doch alles Wegwerfartikel. Sie sind wie Windeln.“

Nicht unbedingt der beste Fahrersitz, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Zur Slideshow (auf Forbes.com, engl.)

 

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