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Fragen &
Antworten
Wie ist die
Wechselkursentwicklung des Euro zu beurteilen?
| Der Kurs des Euro bildet sich seit dem 4.
Januar 1999 an den internationalen Devisenmärkten nach Angebot und
Nachfrage. Gibt die Wechselkursentwicklung, z. B. gegenüber dem Dollar,
Anlass, an der Stabilität des Euro zu zweifeln, oder gehört sie zum
normalen Auf und Ab der Währungen? Der Präsident der Europäischen
Zentralbank, Wim Duisenberg, verweist völlig zurecht darauf, dass nicht
allein der Wechselkurs als Maßstab für die Währung herangezogen werden
könne. Ausschlaggebend sei letztlich der innere Wert der Währung. Aus
diesen Gründen wurde im EG-Vertrag allein die Gewährleistung von
Preisstabilität in der Eurozone als vorrangiges Ziel der Geldpolitik
festgeschrieben. |
| Sicherheitsorientierte Sparer und Anleger
sind gut beraten, ihre Geldanlage nicht von kurzfristigen Spekulationen
über das Verhältnis zwischen Euro und Dollar abhängig zu machen. Eine
Anlage in Dollar oder andere Währungen außerhalb des Euroraum bleibt mit
einem Wechselkursrisiko behaftet. Für alle, die langfristig sparen
und Geld anlegen, ist die innere Stabilität der Währung, also die
Preisstabilität in Euroland, ein herausragendes Kriterium. |
| Wechselkursschwankungen sind nichts Neues und
im Übrigen normale volkswirtschaftliche Vorgänge. Auch gegenüber der
D-Mark vollzog der Dollar ein stetiges Auf und Ab. Tatsache ist, dass z.
B. ein höheres Zinsniveau oder ein Wirtschaftsboom in den USA, aber auch
Krisen in aller Welt, die Anleger in den Dollar drängen und damit seinen
Preis erhöhen können. Wollte die EZB darauf allein mit Zinserhöhungen
reagieren, müsste sie erhebliche Nachteile für die Konjunktur und damit
für die Arbeitsplätze in Europa in Kauf nehmen: Kredite verteuerten sich
und damit Investitionen. |
| Zum anderen sind die Schwankungen des
Dollarkurses für die meisten Euro-Volkswirtschaften von einer weniger
großen Bedeutung als früher. Deutschland beispielsweise wickelt mehr als
die Hälfte seines Außenhandels innerhalb des Euro-Währungsgebietes ab,
hingegen nur ein Bruchteil des Im- und Exports mit Staaten außerhalb
Europas. Bei letzterem kann ein starker Dollar sogar hilfreich sein, da
die in Euro berechneten Waren im Vergleich zu den bspw. in Dollar
berechneten Gütern günstiger und damit wettbewerbsfähiger werden. Dem
steht allerdings der gravierende Nachteil gegenüber, dass die Importpreise
bei einem schwächeren Euro steigen und einen Preis- und Kostendruck
auslösen können. Wichtiger ist letzlich die Preisstabilität im
Euroraum selbst. Deren Sicherung ist das erklärte Ziel der EZB. Und
die Preisstabilität ist in den Ländern der Eurozone seit Beginn der
Währungsunion so groß wie nie zuvor. |
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