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Fragen & Antworten

Wie sieht es bei der Umstellung mit den Preisen aus?
Der Handel ist grundsätzlich frei in seiner Entscheidung, welchen Preis er für eine Ware ansetzt. Deshalb befürchten Pessimisten, die Umstellung auf Euro werde allgemein zu einer Preiserhöhung führen: Der Handel werde die Gelegenheit nützen, um alle Preise ein wenig nach oben zu korrigieren. Wer so argumentiert, kennt den harten Preiskampf im Einzelhandel nicht. Es ist ebenso wahrscheinlich, dass der Konkurrenzkampf dazu führen wird, dass die Preise etwas gesenkt werden, so oft es sich anbietet.
Verbraucher, die sich vor "Umstellungs-Mogeleien" schützen wollen, müssen drei Dinge unterscheiden:
1. Die Umrechnung von D-Mark in Euro ist exakt vorgeschrieben und muss von allen eingehalten werden. Das gilt nicht nur im Supermarkt, sondern für alle vertraglich vereinbarten Zahlungen und Leistungen. Hier darf kein Jota vom offiziellen Umrechnungsschlüssel abgewichen werden.
2. In der Marktwirtschaft gilt grundsätzlich freie Preisgestaltung. Ein Anbieter von Waren oder Dienstleistungen kann im Prinzip den Preis verlangen, den der Markt hergibt. Hier regelt allein der Wettbewerb die Preise. Also: Die Höhe der Preise regelt das Spiel der Kräfte von Angebot und Nachfrage, aber die Auszeichnung der Preise in D-Mark und Euro muss korrekt erfolgen.
3. Bei öffentlich festgesetzten Gebühren, z.B. für Parken oder Müllabfuhr, gibt es zwar keinen freien Wettbewerb. Das Gebot korrekter Umstellung von nationalen Währungseinheiten auf Euro gilt aber auch für den öffentlichen Sektor. Eine Behörde kann also nicht die Umstellung auf Euro als Begründung für eine Erhöhung der Gebühren für öffentliche Dienstleistungen nehmen. Anpassungen können dennoch dort nötig werden, wo durch die Umstellung aus sinnvollen glatten Beträgen umständliche krumme Preise werden, z. B. im öffentlichen Nahverkehr oder für Parkuhren.
Für Handel und Verbraucher können bei der Umstellung auf Euro durchaus ein paar Probleme entstehen. Eines davon ist die Festsetzung von Blickfangpreisen, die bisher auf Mark- oder Pfennigbeträge von 9 oder 99 lauten: DM 0,99 oder 4,99 oder 9,99 oder 99,-- oder 399,--. Jeder kennt diese "psychologischen" Preise, die signalisieren sollen, man könne besonders preiswert einkaufen. Bei der Umstellung auf Euro ergeben sich aber Preise, die optisch viel weniger attraktiv sind. Ein paar Beispiele: Ein DM-Preis von 0,99 ergibt einen Europreis von 0,51. Blickfangpreise entstehen daraus entweder durch eine Preissenkung auf 0,49 oder eine Erhöhung auf 0,59. Der Konkurrenzdruck wird in diesem Fall eher zur Preissenkung als zur Erhöhung führen.


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