Einführung in den Devisenmarkt
Der Devisenmarkt ist einer der liquidesten Märkte der Welt – und dennoch wurde er von Privatanlegern bisher weitestgehend ignoriert. Dabei kommt man auch als Privatperson auf Reisen ständig mit fremden Währungen in Kontakt: Nicht selten verändert sich der Wechselkurs in den wenigen Tagen oder Wochen, in denen man im Urlaub ist. Bewegt sich der Kurs zu den eigenen Gunsten, kommt man schnell auf die Idee, von den Währungsschwankungen auch im großen Stil zu profitieren.
Der Entschluss, mit Devisen auch professionell zu handeln, ist somit gar nicht so weit entfernt. Während der Handel mit Aktien unter Privatpersonen inzwischen auch in Deutschland eine weite Verbreitung gefunden hat, fristet der Handel mit Devisen nach wie vor ein Nischendasein. Aufgrund der zahlreichen Fx- Broker ist der Devisenhandel aber inzwischen auch für private Trader problemlos möglich.
Obwohl das Handeln mit Devisen unter professionellen Tradern längst nicht mehr als exotisch betrachtet wird, besteht bei vielen privaten Händlern nach wie vor Unsicherheit über die wichtigsten Begriffe und die fundamentalen Zusammenhänge. Auf den folgenden Seiten finden Sie einige Erklärungen zu den Grundsätzen des Devisenmarktes.
Was genau wird gehandelt? Was kaufe und verkaufe ich am Devisenmarkt?
Dies lässt sich gut mit einer Analogie zum Aktienmarkt erklären: Während man am Aktienmarkt sein Geld gegen eine Aktie tauscht, werden am Devisenmarkt zwei Währungen gegeneinander getauscht. Wenn Sie beispielsweise eine Telekom-Aktie an der Frankfurter Börse für 15 Euro kaufen, tauschen Sie Ihre 15 Euro gegen eine Telekom-Aktie ein. Die Gegenpartei der Transaktion macht genau das Gegenteil: Sie tauscht ihre Telekom-Aktie gegen 15 Euro ein. Sie besitzen in Ihrem Depot nun eine Telekom-Aktie, und Ihr Kontostand weist 15 Euro weniger auf.
Genauso verhält es sich am Devisenmarkt. Hier tauschen Sie eine Währung gegen eine andere ein, beispielsweise einen Euro gegen 1,20 US-Dollar. Ihr Euro-Kontostand wird um einen Euro reduziert, dafür werden Ihnen 1,20 US-Dollar auf Ihrem Konto gutgeschrieben. Hat Ihr Kontostand am Anfang beispielsweise 100 Euro betragen, besitzen Sie nun nur noch 99 Euro. Neben den 99 Euro besitzen Sie in Ihrem Konto nun aber auch 1,20 US-Dollar.
Das Tauschverhältnis zwischen zwei Währungen wird auch als Wechselkurs bezeichnet. Vereinfacht ausgedrückt ist der Handel mit Devisen somit nichts anderes als eine Tauschtransaktion zwischen zwei Währungen, eine Währung wird in eine andere Währung getauscht. Eine Devisentransaktion
wird als Vereinbarung zwischen zwei Parteien definiert,einen bestimmten Betrag einer Währung gegen den bestimmten Betrag einer anderen Währung zu einem bestimmten Datum zu tauschen.
Meist ist der Grund einer Devisentransaktion allerdings nicht der tatsächliche Bedarf an der anderen Währung. Vielmehr ist es in der Regel eine Spekulation auf eine Veränderung des Austauschverhältnisses. Ändert sich der Wechselkurs in dem oben genannten Beispiel auf 1,10 US-Dollar, erhält man für jeden Euro nun nur noch 1,10 US-Dollar. Für das zuvor geschilderte Beispiel bedeutet dies, dass der Händler für seine 1,20 US-Dollar nun mehr als einen Euro bekommt. Der Wechselkurs hat sich somit zu seinen Gunsten entwickelt. Tauscht er seine 1,20 US-Dollar zurück in Euro, realisiert er einen Gewinn, und der Kontostand beträgt nun über 100 Euro. Die genaue Funktionsweise, die Berechnung des Gewinns und viele weitere Informationen zu diesem vereinfachten Beispiel werden im Laufe des Buches erklärt.
Neben dieser einfachen Transaktion wird am Devisenmarkt eine Vielzahl von weiteren – in der Regel komplexeren – Transaktionen durchgeführt. Diese sind für den privaten Händler aber in der Regel nicht verfügbar und werden daher im Laufe des Buches nur am Rande erläutert. Dazu gehören vor allem Outright Forwards und Swaps, wobei es sich um Termingeschäfte mit Devisen handelt.
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