Handel mit Devisen
Allgemein
Im professionellen Handel im Interbankenmarkt werden primär drei Produkte gehandelt: Devisen per Kasse, Outright Forwards und Swaps. Diese machen den klassischen Devisenmarkt aus. Aufgrund der geringen Kapitalstärke und des fehlenden Zugriffs auf den Interbankenmarkt stehen diese Produkte privaten Händlern in der Regel aber nicht zur Verfügung.
Privatpersonen haben eine Vielzahl von anderen Möglichkeiten, an Wechselkursschwankungen zu profitieren; die prominenteste ist der Handel über einen Fx-Broker. Dieser nimmt allerdings nicht im klassischen Sinne eines Brokers nur eine vermittelnde Rolle ein, sondern geht die Gegenposition des privaten Händlers ein und sichert sich anschließend im Interbankenmarkt ab.
Alternativ erfreuen sich auch börsennotierte Wertpapiere großer Beliebtheit. Diese werden an einer Börse notiert und lassen sich somit auch über einen klassischen Broker handeln. Dazu gehören auf dem deutschen Markt vor allem Hebelprodukte und Optionsscheine.
Es gibt inzwischen eine Vielzahl von Brokern, die den Spot-Handel auch für Privatpersonen anbieten. Der Broker agiert hier jedoch vielmehr als Market-Maker, das heißt, er stellt ständig Preise, zu denen man handeln kann.
Wechselkurse
Problematisch hierbei ist, dass der Broker sowohl als Gegenpartei auftritt als auch Kenntnis der eigenen Position und der Order hat. Ein Missbrauch dieser Informationen ist somit nicht ausgeschlossen, und man muss befürchten, einen schlechteren Kurs gestellt zu bekommen. Der Wahl des Brokers kommt beim privaten Spot-Handel somit eine wichtige Rolle zu. Eine spezifische Empfehlung kann an dieser Stelle natürlich nicht erfolgen.
Im Vergleich zum institutionellen Spot-Handel findet beim privaten Fx-Handel kein tatsächlicher Austausch von Devisen statt, da es hierbei um die Spekulation auf Wechselkursschwankungen geht. In der Regel besteht kein Interesse daran, die gehandelten Währungen tatsächlich zu besitzen. Realisierte Gewinne werden in der Regel automatisch in die Basiswährung des Kontos konvertiert. Für den Spot-Handel über einen Broker ist nicht die gesamte gehandelte Summe zu hinterlegen, sondern nur ein Bruchteil davon. Diese Sicherheitsleistung beträgt meist 0,5 bis fünf Prozent des gehandelten Betrages; sie wird im Fachjargon auch als Margin bezeichnet.
Hebelprodukte stellen eine noch relativ junge Finanzinnovation dar. Sie erlauben dem Anleger, sowohl von fallenden als auch von steigenden Kursen zu profitieren. Zusätzlich ergibt sich eine Hebelwirkung auf das eingesetzte Kapital. Sie erfreuen sich auf dem Deutschen Markt einer großen Beliebtheit, und dementsprechend schnell sind das Handelsvolumen in diesen Produkten und auch die Anzahl der angebotenen Underlyings gestiegen.
Da viele Emittenten ihren Produkten unterschiedliche Bezeichnungen geben, herrscht inzwischen aber eine verwirrende Namensvielfalt. Die Funktionsweise beziehungsweise die Auszahlungsprofile der Produkte sind aber beinahe identisch.
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